Russland hat die Ukraine nach Angaben Kiews mit den schwersten Luftangriffen seit Kriegsbeginn überzogen. Die russische Armee habe mit 728 Drohnen und 13 Raketen insbesondere den Westen des Landes attackiert, teilte die ukrainische Luftwaffe am Mittwoch mit. 711 Drohnen und mindestens sieben Raketen seien abgefangen worden. Nähere Details zum Ausmaß der Schäden gab es zunächst nicht. Der bisherige „Rekord“ an russischen Drohnen in einer Nacht lag bei etwas mehr als 500.
Vor allem die Stadt Luzk im Nordwesten der Ukraine sei angegriffen worden, erklärte die ukrainische Luftwaffe weiter. Der dortige Bürgermeister gab an, Feuer seien in einer Firma ausgebrochen, es gebe aber keine Berichte über Tote oder Verletzte.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau im Onlinedienst X vor, erneut alle Anstrengungen für eine Waffenruhe zunichtemachen zu wollen. Dies zeige, wie nötig Sanktionen insbesondere gegen das russische Ölgeschäft seien. „Jeder, der Frieden will, muss handeln“, hob Selenskyj hervor.
Russland meldet Tote bei ukrainischem Angriff auf Kursk
Russischen Angaben zufolge habe die Ukraine ihrerseits einen Drohnenangriff auf die russischen Stadt Kursk nahe der Grenze zur Ukraine geflogen, bei dem nach russischen Angaben drei Menschen getötet worden seien. Darunter befinde sich auch ein Soldat der Nationalgarde. Bei dem Angriff auf den städtischen Strand seien „drei Menschen auf der Stelle ums Leben gekommen“, schrieb Gouverneur Alexander Chinschtein am Dienstagabend im Onlinedienst Telegram. Später fügte er hinzu, dass sieben Menschen verletzt worden seien, darunter ein Fünfjähriger. Fünf der Verletzten, auch das Kind, schwebten in Lebensgefahr.
Chinschtein warf den ukrainischen Streitkräften einen „unmenschlichen Angriff“ vor. Sie hätten vorsätzlich einen Ort angegriffen, an dem sich Zivilisten aufhielten, fügte er hinzu. In der Nähe habe es keine militärischen Einrichtungen gegeben. Bei einem weiteren ukrainischen Drohnenangriff in der Stadt Rylsk in der Region Kursk wurden nach den Angaben des Gouverneurs zwei Menschen verletzt. (mit dpa)
„Moskau in Grund und Boden bomben“: Tonaufnahme von Donald Trump aus 2024 sorgt für Wirbel
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de