8-Minuten-Gerichtsprozess

Ein Witzbold blamiert die BVG

Mike Wilms
2 Min
Thomas Krüger am „Tatort“ im U-Bahnhof Alexanderplatz.

Thomas Krüger am „Tatort“ im U-Bahnhof Alexanderplatz.

© PAULUS PONIZAK

Lächelnd verlässt Thomas Krüger den Gerichtssaal. Als sich die Tür hinter ihm schließt, hebt er die Hand zum Victory-Zeichen. Acht Minuten hat sein Prozess gedauert.

Mehr brauchte die Richterin nicht, um zu urteilen: Krüger hat keinen Hausfriedensbruch im U-Bahnhof Alex begangen. Drei BVG-Mitarbeiter und vier Polizisten hatten ihn dort im Juli überwältigt. Grund: Krüger hatte einen Witz gerissen!

Rückblick: Müde lässt sich Fahrgast Krüger im U-Bahnhof auf einer Bank nieder. Es ist 1.15 Uhr, der Musiker aus Marzahn kommt von einem Auftritt. Nur kurz sitzt er dort, als ihn eine BVG-Frau anspricht. „Sie war extrem pampig und fragte, warum ich auf der Bank hocke“, so Krüger. Ihm missfiel der Ton der Frau und deshalb riss er einen kleinen Witz: „Ich warte hier auf die nächste Bahn zum Hauptbahnhof. Ab 2020 soll die hier fahren.“ Ehe er sich versah, kamen zwei weitere BVG-Leute und vier Polizisten, rangen ihn nieder – und fesselten ihn.

Jetzt der Prozess: „Die Richterin konnte sich das Schmunzeln kaum verkneifen“, berichtet Krüger. Sie stellte das Verfahren binnen acht Minuten ein – wegen Geringfügigkeit. Krüger strahlt, hätte da aber noch eine Frage an die BVG: „Wann fährt denn nun der erste Zug zum Hauptbahnhof?“

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