Erinnerungskultur

80 Jahre Kriegsende: Russland und Belarus von Feier ausgeschlossen – jetzt reagiert Moskau

Die Entscheidung des Bundestags, Russen und Belarussen zu Gedenkfeiern zum Weltkriegsende nicht einzuladen, sorgt bei den Betroffenen für Entrüstung. Das sagt der russische Botschafter.

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Russlands Botschafter Sergej Netschajew war am Mittwoch bei einer Gedenkveranstaltung auf den Seelower Höhen zu Gast.

Russlands Botschafter Sergej Netschajew war am Mittwoch bei einer Gedenkveranstaltung auf den Seelower Höhen zu Gast.

© Ina Schoenenburg/Ostkreuz

Russland reagiert nach einer Anfrage der Berliner Zeitung „gelassen“ auf die Entscheidung des Bundestages, keine offiziellen Vertreter zur zentralen Gedenkveranstaltung am 8. Mai einzuladen. Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, erklärte: „Wenn die Führung des deutschen Bundestages es nicht für nötig erachtet, die Botschafter Russlands und von Belarus zu einer Veranstaltung einzuladen, die sich dem 80. Jahrestag der Befreiung Deutschlands und Europas vom Nationalsozialismus widmet, an der die Rote Armee und das multinationale sowjetische Volk einen entscheidenden Anteil hatten, dann ist es ihre Entscheidung.“

Netschajew verwies darauf, dass russische Auslandsvertretungen in Deutschland ein umfassendes Programm mit rund 300 Veranstaltungen geplant haben. Den Russen sei es wichtig, den toten Befreiern zu gedenken, was er als „unsere heilige Pflicht“ bezeichnete. Weiter heißt es: „Ich bin überzeugt, dass das anstehende Gedenkdatum uns verbinden und nicht spalten muss.“ Immerhin hätten die Russen in den vergangenen Tagen besonders viele Einladungen aus verschiedenen Teilen Deutschlands erreicht.

Vertreter des Landes Belarus haben bisher noch nicht Stellung zum Ausschluss von der zentralen Gedenkfeier am 8. Mai bezogen.

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