Energie

Ab Samstag: Russland stoppt Gaslieferung an Österreich

Russland wird seine Gaslieferungen nach Österreich am 16. November stoppen. Das teilte das österreichische Energieunternehmen OMV mit.

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Das OMV-Hauptquartier in Wien

Das OMV-Hauptquartier in Wien

© Volker Preußer/imago

Der russische Gaskonzern Gazprom Export hat bekannt gegeben, dass er nach über 50 Jahren ab dem 16. November seine Gaslieferungen nach Österreich einstellen wird. In einer auf der zentralen europäischen Gas-Hub-Plattform veröffentlichten Mitteilung teilte OMV mit, es sei von Gazprom darüber informiert worden, dass der russische Gasproduzent seine Erdgaslieferungen am Samstag ab 5 Uhr GMT auf null reduzieren werde. Österreichs Kanzler Karl Nehammer will am Abend vor die Presse treten, um zu der Entwicklung Stellung zu nehmen.

Der Stopp der Lieferungen gilt als Reaktion auf ein Schiedsgerichtsurteil der Internationalen Handelskammer, das der OMV im Streit mit Gazprom 230 Millionen Euro zugesprochen hatte. Der österreichische Energiekonzern hatte angekündigt, seine Zahlungen einzustellen, um sich die in dem Verfahren zugesprochene Summe zurückzuholen. Die OMV hatte angekündigt, die nächsten Gaslieferungen so lange als bezahlt anzusehen, bis der Betrag aufgebracht ist. Österreich gehörte in der EU zu den wenigen Ländern, die auch 2024 Gas von Russland bekommen. Der Anteil lag durchschnittlich bei 80 Prozent.

Österreichs Energieministerin: Ohne russische Lieferungen sind wir nicht mehr erpressbar

Österreichs Energie- und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler teilte auf der Onlineplattform X mit: „Gazprom beweist heute einmal mehr: Russland ist kein Partner. Mit dem morgigen Tag endet aber auch eine Gefahr. Wenn wir keine russischen Lieferungen mehr beziehen, sind wir nicht mehr erpressbar. Unsere Unabhängigkeit ist ein hohes Gut. Wir werden sie weiter schützen.“ Die heimischen Gasspeicher seien voll, fügte Gewessler hinzu. „Dort lagert aktuell mehr als ein Jahresverbrauch Österreichs. Die Pipelines aus Italien und Deutschland bieten genügend Kapazität für den Import von nicht-russischem Erdgas. Auch die staatliche Gasreserve ist vollständig gefüllt.“

Die OMV bereitet sich seit drei Jahren auf dieses Szenario vor. Das alternative Gas soll aus Norwegen, aus eigener Produktion oder in Form von Flüssigerdgas per Schiff über Deutschland oder Italien kommen. Und die Gasspeicher würden mit 95 Terawattstunden den heimischen Bedarf für mehrere Monate decken.

Auch ohne die aktuelle Entwicklung wäre die seit 1968 bestehende Kooperation zwischen Österreich und Russland wohl vor dem Aus gestanden. Ende des Jahres endet der Transitvertrag zur Lieferung von russischem Erdgas über die Pipeline durch die Ukraine und die Slowakei - und er wird voraussichtlich nicht verlängert werden.

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