Pakistan

Abgeschobene Afghanen fordern Umsiedlung nach Deutschland

Etwa 200 Afghanen waren trotz deutscher Aufnahmezusage aus Pakistan nach Afghanistan abgeschoben worden. Nun wenden sie sich direkt an die Bundesregierung.

Katharina Heflik Team News dpa/khe
2 Min
Nach langen Wartezeiten sind Familien mit Aufnahmezusage nach Deutschland gekommen.

Nach langen Wartezeiten sind Familien mit Aufnahmezusage nach Deutschland gekommen.

© Stefan Rampfel/dpa

Mehr als 200 Afghaninnen und Afghanen haben sich mit einem Hilferuf an die Bundesregierung gewandt. Der Brandbrief von 210 Menschen, die mit ihren Familien in Pakistan auf ihre Ausreise nach Deutschland gewartet hatten, richtet sich an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), wie der Spiegel berichtete. Die Verfasserinnen und Verfasser waren im August von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben worden. Nun fordern sie ihre Rückführung und Umsiedlung nach Deutschland.

Sie seien am 15. August 2025 „unter Missachtung aller humanitären und ethischen Standards“ von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben worden, heißt es laut Spiegel in dem Brief. Und weiter: „Unser Leben ist jeden Augenblick bedroht.“

„Wir haben an Ihre Versprechen geglaubt“

Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Die ständige Bedrohung, dass die Taliban eindringen, die Angst vor Rache, willkürlicher Inhaftierung, Entführung, Folter oder Tod haben zu unerträglichen psychischen Traumata geführt.“ Jede Stunde Verzögerung könne sie das Leben kosten. „Wir haben an Ihre Versprechen geglaubt. Bitte lassen Sie nicht zu, dass dieses Vertrauen uns – und unsere Kinder – das Leben kostet.“

Alle in der Gruppe seien „offiziell von der deutschen Regierung anerkannt“ und daher in Abstimmung mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit nach Pakistan gebracht worden. Die Betroffenen hätten auf eine baldige Ausreise nach Deutschland gehofft, stattdessen aber teils Jahre in Pakistan verbracht.

Aufnahmeprogramm seit Mai gestoppt

Unterstützt wird die Gruppe von den Grünen. Parteichef Felix Banaszak und mehrere Grünen-Bundestagsabgeordnete schrieben ebenfalls an die Bundesregierung und stellten sich hinter die Forderungen der Afghanen. Nach der Übernahme der afghanischen Hauptstadt Kabul hatten besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen die Möglichkeit über ein spezielles Aufnahmeprogramm nach Deutschland zu kommen. Frühere Ortskräfte deutscher Einrichtungen und deren Angehörige sowie andere Personen, die Verfolgung durch die islamistischen Taliban fürchten müssen, sollten aufgenommen werden.

Die schwarz-rote Bundesregierung hatte dieses Aufnahmeprogramm im Mai gestoppt. Seitdem wurden Afghaninnen und Afghanen, die in Pakistan auf ihre Umsiedlung gewartet hatten, zunehmend von dort in ihr Herkunftsland abgeschoben.

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