Territorialstreit

„Absolut inakzeptabel“: Japan kritisiert Putin-Besuch auf Kurilen-Insel

Russlands Präsident Wladimir Putin besucht erstmals persönlich eine Inselgruppe, die auch Japan beansprucht. Aus Tokio folgt deutliche Kritik.

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Der russische Präsident Wladimir Putin beim Besuch einer Fischfabrik.

Der russische Präsident Wladimir Putin beim Besuch einer Fischfabrik.

© Gavriil Grigorov/POOL/AFP

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag eine Insel besucht, die sowohl Russland als auch Japan für sich beanspruchen. Putin reiste zur Insel Iturup, die laut Reuters in Japan Etorofu genannt wird – eine von vier Inseln, deren Rückgabe Tokio fordert. Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um den ersten Besuch Putins auf der Inselgruppe der Kurilen. Aus Japan folgte Kritik.

Die Inseln liegen zwischen der nordjapanischen Insel Hokkaido und der russischen Halbinsel Kamtschatka. Japan bezeichnet die vier Inseln als „Nördliche Territorien“. Laut BBC annektierte die Sowjetunion die Inselgruppe am Ende des Zweiten Weltkriegs und deportierte rund 17.000 japanische Bewohner.

Putin besucht Fischfabrik und Schule

Der Konflikt ist bis heute ungelöst. Er ist laut BBC ein Hauptgrund dafür, dass Russland und Japan nach dem Krieg nie einen Friedensvertrag unterzeichnet haben. Japan mache die Rückgabe der Inseln zur Bedingung für einen formellen Vertrag, der engere Wirtschaftsbeziehungen ermöglichen würde, wie Reuters berichtet.

Bereits im Jahr 2010 hatte der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew laut Tass die Inselgruppe besucht, in den darauffolgenden Jahren folgten mehrere Besuche Medwedews als Ministerpräsident Russlands. Auf Iturup befindet sich nach BBC-Angaben Russlands wichtigste Luftwaffenbasis in der Region.

Putin besuchte auf der Insel eine Fischverarbeitungsfabrik und eine Schule, wie Tass unter Berufung auf den Kreml berichtete. Aufnahmen des Fernsehsenders Vesti zeigten den russischen Präsidenten laut Reuters in einem dunklen Anzug neben mehreren Fischen, die auf einem Tisch lagen. „Was für ein herrliches Wetter ihr hier habt, wie in einem Ferienort“, sagte Putin zu einer Gruppe Einwohnern.

Kritik aus Japan

Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi übte Kritik. Laut Reuters sagte sie in einer Fernsehansprache, der Besuch verletze „die Gefühle des japanischen Volkes“ und sei „absolut inakzeptabel“. Sie fügte hinzu: „Wir hoffen, dass die russische Seite sich der Schwere dieser Angelegenheit voll und ganz bewusst wird.“

Auch Außenminister Toshimitsu Motegi meldete sich zu Wort. Nach BBC-Angaben erklärte er, die Inseln seien „sowohl historisch als auch nach internationalem Recht untrennbar japanisches Territorium, und die japanische Regierung protestiert entschieden gegen diesen Besuch“. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind Reuters zufolge seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 stark belastet. Japan schloss sich damals den Sanktionen gegen Russland an.

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