Verkehr

ADAC-Bilanz: Straße in Berlin ist bundesweiter Stau-Spitzenreiter

Autofahrer in Berlin und Brandenburg standen 2023 länger im Stau als im Jahr davor. Besonders eine Berliner Autobahn ist stark von Staus betroffen.

Team News Eva Maria Braungart AFP/Eva Maria Braungart
3 Min
In Berlin standen die Autofahrer länger im Stau als noch 2022.

In Berlin standen die Autofahrer länger im Stau als noch 2022.

© Olaf Wagner/imago

Im vergangenen Jahr haben Autofahrer in Berlin und Brandenburg länger im Stau gestanden als noch 2022. Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtet, mussten die Autofahrer laut einer ADAC-Bilanz in der gesamten Region rund 34.000 Stunden in Staus warten – umgerechnet knapp vier Jahre (Berlin: 16.623, Brandenburg: 17.381). Das waren 22,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Damit liegen Berlin und Brandenburg noch leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Die Dauer der Verkehrsstörungen summierte sich demnach bundesweit auf insgesamt 427.000 Stunden, knapp 30 Prozent mehr als 2022.

Bei den Staustunden pro Autobahnkilometer ist Berlin hingegen Spitzenreiter. Auf einen Berliner Autobahnkilometer entfielen laut ADAC 228 Staustunden – im Vergleich hatte Hamburg nur 159 Staustunden pro Autobahnkilometer. Deutschlandweiter Spitzenreiter mit den meisten Staustunden je Kilometer Autobahn war die A10, der Berliner Ring.

Deutschlandticket führte nicht zu weniger Staus

Das Niveau aus der Zeit vor der Pandemie sei aber noch nicht erreicht, teilte der ADAC mit. Im Jahr 2019 hatte er noch rund 521.000 Staustunden erfasst. Das Bundesland mit den meisten Staus war den Angaben zufolge 2023 – wie in den Vorjahren – mit knapp 34 Prozent Nordrhein-Westfalen. Es folgten Bayern mit 15 Prozent und Baden-Württemberg mit zehn Prozent.

Die Hoffnung, dass Pendler wegen des Deutschlandtickets verstärkt in öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und es morgens und nachmittags dadurch weniger Staus gibt, erfüllte sich laut ADAC bislang nicht. An Werktagen seien sowohl die morgendliche als auch die nachmittägliche Stauspitze im Schnitt wieder ausgeprägter gewesen als 2022, teilte er mit. Das spreche für eine verstärkte Rückkehr an den Arbeitsplatz.

Die staureichsten Wochentage waren der Erhebung zufolge der Mittwoch und der Donnerstag. Montags sei das Staugeschehen deutlich geringer gewesen als an den sonstigen Werktagen, nur am Wochenende habe es noch weniger Verkehrsstörungen gegeben.

Tag mit den meisten Staus war Ende September

Über das Jahr 2023 betrachtet, hätten die Staustunden kontinuierlich zugenommen. Vom Januar mit rund 20.000 Staustunden sei die Stauzeit bis zu den Sommermonaten Juli, August und September auf jeweils rund 43.500 Staustunden gestiegen. Ab Oktober ging die Zahl der Staustunden wieder zurück, wie es weiter hieß.

Der Tag mit den meisten Staus war demnach der 29. September, ein Freitag, mit insgesamt rund 2400 Staustunden. Offensichtlich hätten viele Autofahrer das bis zum Feiertag am 3. Oktober verlängerte Wochenende für einen Kurzurlaub genutzt, erklärte der ADAC.

Den Rekordstau 2023 verzeichnete der Automobilklub am 20. Januar nach einem Wintereinbruch auf der Autobahn 61 in Richtung Ludwigshafen, vornehmlich in Rheinland-Pfalz, zwischen Miel und dem Dreieck Nahetal – er war 56 Kilometer lang.

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