Der Europaabgeordnete und AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl 2024 Maximilian Krah wird nach einem mutmaßlichen Spionagefall in seinem Brüsseler Büro nicht mehr für den Bundesvorstand seiner Partei kandidieren. Das berichtet das ZDF unter Berufung auf eine interne AfD-Bundesvorstandssitzung. Dort soll Krah eine entsprechende Ankündigung gemacht haben.
In dem Bericht heißt es weiter, die Parteispitze habe zuvor deutlich auf den AfD-Politiker eingewirkt, damit er sich aus dem Vorstand zurückzieht. Hintergrund sind die schweren Vorwürfe gegen einen seiner engsten Mitarbeiter in seinem Abgeordnetenbüro in Brüssel. Der beschuldigte Jian G. steht in Verdacht, für China spioniert zu haben und sitzt inzwischen wegen des Vorwurfs der Agententätigkeit für einen ausländischen Geheimdienst in einem besonders schweren Fall in Untersuchungshaft.
Zahlungen aus China und Russland: Vorermittlungen auch gegen Krah selbst
Ende April hatte zudem die Generalstaatsanwaltschaft Dresden bekannt gegeben, dass sie Vorermittlungen auch gegen Krah eingeleitet hat. Dabei geht es um die Frage möglicher Zahlungen aus China und Russland an den AfD-Politiker. Vorermittlungen dienen der Klärung, ob es überhaupt den Anfangsverdacht einer möglichen Straftat gibt – sie sind nicht mit einem Ermittlungsverfahren gleichzusetzen, das sich gegen konkrete Beschuldigte richtet. Krah bestritt dabei jedes Fehlverhalten. „Da ist gar nix“, sagte er.
Bei der Europawahl am 9. Juni will Maximilian Krah nach wie vor als Spitzenkandidat seiner Partei ins Rennen gehen. Den Wahlkampf führt er wie geplant fort. Die nächste Wahl des AfD-Bundesvorstands soll ebenfalls im Juni stattfinden. (mit dpa)
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