Aimen Mazyek kritsiert Feindseligkeit gegenüber Frauen mit Kopftuch

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aimen Mazyek, beklagt, dass muslimische Frauen nach den vergangenen Terrorakten Anfeindungen ausgesetzt seien

BLZ
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Berlin - Aimen Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, beklagt nach den vergangenen Terrorakten eine „zunehmende Feindseligkeit“ gegenüber Muslimen. „Die Ausläufer der Terrorakte sind für deutsche Muslime auch im täglichen Leben spürbar. Frauen mit Kopftuch werden bespuckt, beleidigt, drangsaliert“, erklärte Mazyek in der Mittwochsausgabe der „Welt“.

Mazyek warnt zudem davor, dass viele Trittbrettfahrer, Rechtsextremisten und Populisten versuchten, auf Kosten des Zusammenhaltes der Gesellschaft „ihren Schnitt zu machen“.

Gerade in dieser Situation gebe es deshalb keine andere Alternative, als zusammenzustehen und sich nicht auseinanderdividieren zu lassen, da Terroristen genau dies erreichen wollen. „Wir sind deutsche Muslime, wir sind stolz auf unser Land, wir haben Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Die gilt es zu verteidigen“, fährt er fort

Mazyek lobt  Kölner Polizeimaßnahmen

Auch in die Diskussion um den Polizeieinsatz in der Kölner Silvesternacht hat sich Mazyek eingeschaltet.

Die Tatsache, dass es in Köln eine Vorgeschichte gegeben habe, „rechtfertigt das Aufgebot und die massiven Kontrollen“,  der Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit greife deshalb nicht. Das Vorgehen der Polizeit sei einfach der Prävention geschuldet und deshalb angemessen gewesen.

Bezüglich der Aufregung aufgrund der Verwendung des Begriffes „Nafri" sei es wichtig gewesen, dass sich die Kölner Polizei davon distanziert habe. „Der Begriff verbindet Nordafrikaner und Kriminalität. Dieser Kontext erfüllt den Tatbestand des Rassismus“, führt der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime an.

In Moscheegemeinden zu spät mit Präventionsarbeit angefangen

Mazyek äußerte sich aber auch selbstkritisch. „Wir haben als Zentralrat mit professioneller Präventionsarbeit in den Moscheegemeinden spät angefangen. Nicht aus mangelnder Einsicht, sondern weil uns schlicht die Mittel dazu fehlten.“ Aber auch Schulen, Universitäten, Organisationen aller Art seien in der Pflicht.

Durch den Zuzug der Flüchtlinge müssten sich die Moscheegemeinden außerdem neu orientieren. Gerade über Themen wie Integration, Verständnis und Aufklärung, Freiheit müssten Debatten geführt werden, die man längst überwunden glaubte.

Der Großteil der neuen Gemeindemitglieder komme aus Syrien und dem Irak, also meist mit religiös gemäßigtem Hintergrund. Die Menschen seien jedoch nicht in einem demokratischen Rechtsstaat, sondern in Diktaturen sozialisiert worden. „Das kriegt man nicht so schnell aus dem Kopf“, führt Mazyek an. (red)

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