Berlin - Besonders weich sind die Stoffsitze nicht. Und ob der Platz für das Gepäck ausreicht, wenn ein solcher Zug in Schönefeld von Fluggästen gestürmt wird, wird sich noch zeigen. Trotzdem ist Axel Schwipps mit dem Talent 2 zufrieden. „Was Komfort und Ausstattung anbelangt, ist das schon ein Quantensprung“, lobt der Nahverkehrsexperte aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der beim ersten Einsatztag dabei ist.
Vorerst können die Fahrgäste die ersten Exemplare der neuen Zug-Generation ausschließlich rund um Potsdam erleben – derzeit auf der Linie RB 21 zwischen Wustermark und Griebnitzsee. Bald werden die roten Triebwagen der Baureihe 442 auch durch Berlin nach Schönefeld fahren – vom Spätsommer oder Herbst an auf der Linie RB 14, ab Dezember zusätzlich auf der RE 7. Wenn der Flughafen Berlin Brandenburg öffnet, kommt mit der RE 9 eine dritte Strecke hinzu – mit besonders ausgestatteten Zügen. Die 15 Plätze in der ersten Klasse, die es neben den 285 Sitzen in der zweiten Klasse gibt, sind mit Leder bezogen – und Bildschirme geben Fluginfos.
Ansonsten bieten alle Talente, die Bombardier nach jahrelangen Zulassungsproblemen geliefert hat, den gleichen Komfort. Sie sind klimatisiert und luftgefedert. Fahrgäste mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Fahrrad können eine Rampe und große, stufenlos erreichbare Mehrzweckbereiche nutzen. Für Laptops gibt es Steckdosen, zum Windelwechseln einen Wickeltisch mit Anschnallgurt in der Toilette. Lokführer freuen sich über den Tempomat, die Werkstattleute über die neue Technik, die bisher keine Probleme bereitete. „Ein sehr schönes Fahrzeug“, sagt Thomas Stahlberg von DB Regio.
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