Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ hat in der Folge von Mittwoch einen Fall aus Berlin thematisiert. Im Februar 2024 fanden Passanten im Volkspark Prenzlauer Berg den tätowierten Oberschenkel eines Mannes aus Sachsen-Anhalt. Die dazugehörige Leiche ist bis heute spurlos verschwunden.
Die Ermittler wandten sich nun in der Sendung an die Öffentlichkeit. Zu Beginn wurden die letzten Wochen im Leben des Opfers, des 42-jährigen Marcel Falk, mithilfe von Schauspielern rekonstruiert.
Opfer war seit Mitte Januar in Berlin
Falk sei seit seiner Jugend alkoholabhängig gewesen, heißt es in der Sendung. Er sei obdachlos, habe jedoch bis zum 11. Januar kurzzeitig in einer Wohnung einer Bekannten in Rathenow in Brandenburg unterkommen können. Doch als diese ihre Wohnung aufgab, stand der 42-Jährige wieder auf der Straße. Mit 18 Jahren sei bei ihm eine schwere Persönlichkeitsstörung festgestellt worden. Er habe 14 Jahre seines Lebens in einer psychiatrischen Klinik verbracht.
Der 42-Jährige habe sich von Rathenow nach Berlin begeben. Vorübergehend sei er in einer Notunterkunft für Obdachlose untergekommen. Am 19. Januar sei der 42-Jährige beim Ladendiebstahl in einem Berliner Supermarkt erwischt worden.
Abgetrennter Oberschenkel in Berlin gefunden: Mordermittler loben Belohnung aus
Abgetrennter Oberschenkel im Volkspark Prenzlauer Berg: Wer kennt Marcel Falk?
Mitte Februar habe der 42-Jährige wahrscheinlich einen wahnhaften Schub gehabt, er lief mit dem Rucksack eines Begleiters davon und verschwand. Am 27. Februar wurde dann der abgetrennte Oberschenkel im Park gefunden. Schnell fanden die Ermittler die Identität des 42-Jährigen heraus. Er war bereits tot, als der Oberschenkel abgetrennt wurde.
„Grauenhafter Mord“: Moderator zu Berliner Fall
„Gruselig, ein grauenhafter Mord“, so Moderator Rudi Cerne. Kriminalkommissarin Alexa-Sophie Wiegand war in der Sendung zu Gast. Die Ermittler gehen davon aus, dass Todeszeitpunkt und die Abtrennung des liegen nahe beieinander. Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass der Oberschenkel kurze Zeit vor dem Auffinden im Park abgelegt wurde. Zwar sei nicht ausgeschlossen, dass Falk mit einem anderen Obdachlosen in einen Streit geraten sei, wahrscheinlicher sei jedoch, dass er mit jemandem mitgegangen sei. In der Sendung wurde dazu eine Satellitenaufnahme des Parks mit dem genau markierten Fundort gezeigt. Es sei möglich, dass die Person beim Verstecken der Leiche im Park gestört worden sei, so die Ermittlerin.
Für die Ermittler sei der Zeitraum zwischen dem 15. und dem 26. Februar relevant, so die Kommissarin. Auch dazu bittet die Polizei um Hinweise zu möglichen Aufenthaltsorten des 42-Jährigen.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de