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Zwölfjährige seit 2000 spurlos verschwunden: Berliner Cold Case erneut Thema bei „Aktenzeichen XY“

Sandra Wißmann verschwand 2000 in Kreuzberg. Seit fast 26 Jahren fehlt jede Spur. Jetzt wird der Fall erneut bei „Aktenzeichen XY“ thematisiert.

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Sandra Wißmann verschwand im November 2000.

Sandra Wißmann verschwand im November 2000.

© Polizei Berlin

Fast 26 Jahre nach dem Verschwinden einer Zwölfjährigen nimmt sich „Aktenzeichen XY... ungelöst“ den Vermisstenfall Sandra Wißmann erneut vor. Die Polizei schließt ein schweres Gewaltverbrechen nicht aus. Und hofft auf Zeugen, die sich melden.

Die nächste Folge, die am kommenden Mittwoch erscheint, widmet sich unter anderem dem Berliner Cold Case.

Was geschah mit Sandra Wißmann?

Kurz vor 15 Uhr verabschiedete sich das Mädchen zu Hause. In der Tasche: 35 Mark Taschengeld für das Geschenk zum Geburtstag ihrer Mutter Beate. Das berichtet RTL unter Berufung auf den Podcast „Aktenzeichen XY… Unvergessene Verbrechen“.

Ihr Ziel war das Karstadt am Hermannplatz – nur wenige hundert Meter von der Wohnung in der Böckhstraße entfernt. Spätestens um 16 Uhr wollte Sandra zurück sein. Zeugen sahen sie im Kaufhaus und danach auf dem Rückweg, eine Straßenecke vom Elternhaus entfernt. Doch dort kam sie nie an.

Warum lief das Mädchen am eigenen Zuhause vorbei?

Zwischen 16.30 und 17 Uhr entdeckten Klassenkameradinnen sie auf dem Kottbusser Damm. Statt heimzugehen, führte ihr Weg weiter Richtung Planufer und Admiralbrücke.

Warum sie die vertraute Abzweigung ausließ, ist bis heute offen. Kriminalhauptkommissar Holger Lietz, Leiter der 5. Mordkommission beim Landeskriminalamt Berlin, sagt dazu im Podcast „Aktenzeichen XY… Unvergessene Verbrechen“: „Im Grunde könnte uns nur Sandra diese Frage eindeutig beantworten, aber wir können sie ja leider nicht fragen.“

Die Spur zum Mann mit der Wasserwaage

Etwa zur selben Zeit sprach ein unbekannter Mann nahe dem Kottbusser Damm ein anderes Mädchen an. Er behauptete, er renoviere, und bat die 13-Jährige, in seiner Wohnung eine Wasserwaage zu halten. Sie lehnte ab.

Ob dieser Mann auch Sandra ansprach, ließ sich nie klären. Laut RTL wurde er als klein, dicklich und ungepflegt beschrieben – identifiziert wurde er nie.

Großfahndung in Berlin: 165 Hinweise, kein Durchbruch

Als ihre Tochter zur verabredeten Zeit fehlte, suchte die Mutter selbst Kaufhaus, Spielplätze und Hinterhöfe ab. Um 18.30 Uhr meldete die Familie sie als vermisst.

Es folgte eine der größten Suchaktionen der Stadt: Über hundert Beamte durchkämmten Keller, Dachböden, Container und Baustellen. Gefunden wurde nichts – keine Lösegeldforderung, keine Kleidung, nicht einmal die Einkaufstüte mit dem Geschenk.

In den Monaten danach gingen 165 Hinweise ein. Keiner brachte Klarheit. Auch ein erster Auftritt bei „Aktenzeichen XY“ führte nicht zum Ziel.

Warum „Aktenzeichen XY“ den Cold Case neu aufrollt

Nach Angaben des ZDF widmet sich „Aktenzeichen XY... ungelöst“ am Mittwoch, 19. August, um 20.15 Uhr erneut dem Fall. Die Polizei hält es für möglich, dass Sandra Opfer eines Mordes oder Totschlags wurde.

Kommissar Lietz hat den Cold Case wieder aufgerollt. Er vermutet, dass die Zwölfjährige einem Täter begegnete, der ihr Vertrauen gewann: „Als Täter versuche ich ja, die Tat so durchzuführen, dass es keiner mitbekommt“, sagt er laut RTL.

Schon vor drei Monaten hatten LKA und Staatsanwaltschaft um Hinweise gebeten – zum Tag der vermissten Kinder am 25. Mai, im Rahmen der BKA-Kampagne „Spurlos Verschwunden“.

5000 Euro Belohnung: So können Zeugen helfen

Für Hinweise, die zur Aufklärung führen, hat die Polizei Berlin 5000 Euro ausgelobt. Die Eltern hatten damals zusätzlich 10.000 D-Mark geboten, befristet bis Februar 2002.

Gesucht wird, wer Sandra nach dem 28. November 2000 gesehen hat – oder wer beobachtete, dass in Kreuzberg damals Kinder auffällig angesprochen wurden.

Hinweise nimmt die 5. Mordkommission des LKA unter (030) 4664 911500 entgegen – oder jede andere Polizeidienststelle.

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