Alba gewinnt die Heimpremiere gegen Oldenburg 69:67

Schritte aus dem Tal

Christian Schwager
3 Min

BERLIN. Das korrekte Wort lautete: "Wachsam." Darauf legte Alba Berlins Trainer Luka Pavicevic Wert bei seiner Antwort auf die Frage, ob er Angst gehabt habe, seine Mannschaft könnte die Begegnung gegen den deutschen Basketball-Meister Oldenburg noch verlieren. "Wir waren in der Defensive wachsam", stellte Pavicevic klar. Angst wäre wohl auch der falsche Ratgeber gewesen in der entscheidenden Phase, Sekunden vor dem Ende, als Alba 69:67 führte. Beide Mannschaften hatten nacheinander eine Auszeit genommen, Oldenburg war am Zug. Ein Distanzwurf der Niedersachsen, und Alba wäre der späte Verlierer gewesen. Doch Pavicevics Team verteidigte konzentriert, ohne einen gegnerischen Spieler zu foulen, ganz wie es der Trainer sich gewünscht hatte. Es blieb also beim 69:67 (34:29).Blass und abgespannt sah Pavicivic gestern aus und doch auch erleichtert. Nach dem Erfolg zum Auftakt der Bundesligasaison am Freitag in Gießen hatten die Berliner nun in der Arena am Ostbahnhof gewonnen. Vor allem die Art, wie sie sich durchgesetzt hatten, stimmte den Coach zufrieden. "Wir haben früh mehr oder weniger die Kontrolle übernommen", sagte Pavicevic. Nach anfänglichem Rückstand glich Alba beim 16:16 zum Ende des ersten Viertels aus und setzte sich bis zur 13. Minute mit zehn Punkten ab (26:16). Nach dem Seitenwechsel bot sich den 11 835 Zuschauern in der Berliner Arena ein ähnliches Bild. Der Gastgeber führte, bis zum 64:51 in der 35. Minute recht deutlich. Dann aber kam Oldenburg wieder heran.Bajramovic lächelt"In diesem Augenblick hat man gemerkt, dass die verpasste Qualifikation zur Europaliga noch nachwirkte", sagte Albas Geschäftsführer Marco Baldi. "Wir waren locker zehn Punkte besser als Oldenburg, aber wir konnten das am Ende nicht umsetzen." Immerhin: Der Sieg gegen den Meister gibt Halt, davon geht Baldi aus. Das Team hat sich aus dem Tal befreit, das fand auch Sportdirektor Henning Harnisch. "Nach dem schweren Spiel in Gießen haben wir diesmal eine gute Vorstellung gesehen." Vor allem in der Defensive. Doch auch offensiv ließen sich Fortschritte erkennen.Kenan Bajramovic stand dafür exemplarisch. Der bisher einzige Zugang im Kader avancierte mit 13 Punkten zum besten Werfer im Team. "Kenan Bajramovic macht Fortschritte", sagte Harnisch. Der Bosnier selbst schätzte, er sei schon zu 60 Prozent ins Alba-Spiel integriert. "Ich brauche Einsatzzeit, um besser zu werden", sagte Bajramovic. Er hatte übrigens seine ganz eigene Erklärung dafür, dass Alba zum Schluss noch in Bedrängnis geriet: "Ich saß auf der Bank." Bajramovic lächelte. Vielleicht war es ein Scherz.

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