Der Mann, der für eines der verheerendsten Feuer in der Geschichte von Los Angeles verantwortlich sein soll, könnte laut Ermittlern von anti-elitären und gewaltverherrlichenden Inhalten beeinflusst worden sein. Das geht aus neuen Gerichtsunterlagen hervor, über die mehrere US-Medien berichten, darunter die Los Angeles Times und die Nachrichtenagentur AP.
Demnach fanden Ermittler auf Geräten des Angeklagten Jonathan Rinderknecht Suchanfragen wie „let’s kill all the billionaires“, „let’s take down all the billionaires“ sowie „Free Luigi“. Gemeint sein dürfte Luigi Mangione, der Mann, der beschuldigt wird, Ende 2024 den UnitedHealthcare-Manager Brian Thompson erschossen zu haben. Die Los Angeles Times berichtet unter Berufung auf Staatsanwälte, der Angeklagte sei regelrecht von Mangione besessen gewesen.
Luigi Mangione als Symbolfigur im Netz
In sozialen Netzwerken wird Mangione inzwischen von radikalen Nutzern glorifiziert. In sozialen Netzwerken entstanden nach der Tat Memes, Fanvideos und Beiträge, die ihn als Symbolfigur im Kampf gegen wirtschaftliche Eliten und große Konzerne darstellten. Besonders in anonymen Onlineforen und auf X wurde der mutmaßliche Täter teils offen gefeiert. Ermittler und Extremismusforscher beobachten seitdem mit Sorge, dass Gewalt gegen Manager, Milliardäre und Vertreter großer Unternehmen dort zunehmend gerechtfertigt oder romantisiert wird.
Mann mit Pizza-Schneider wollte offenbar Luigi Mangione aus Gefängnis befreien
Ermittler sehen Hass auf Reiche als mögliches Motiv
Laut Staatsanwaltschaft soll Rinderknecht zunehmend „wütend auf die Welt“ gewesen sein und Ressentiments gegen wohlhabende Menschen entwickelt haben. Die Ermittler beschreiben nach Angaben der Los Angeles Times eine mögliche ideologische Radikalisierung, sprechen bislang jedoch nicht offiziell von Terrorismus oder Extremismus.
US-Medien diskutieren inzwischen dennoch, ob der Fall Teil einer breiteren Entwicklung politisch motivierter Gewalt gegen Eliten und Unternehmen sein könnte. Eine offizielle Einstufung des Falls als linksextremistisch oder terroristisch gibt es bislang allerdings nicht. Rinderknecht plädiert auf nicht schuldig.
Ermittler: Feuer entwickelte sich zum Palisades-Inferno
Ermittler gehen davon aus, dass Rinderknecht Anfang Januar zunächst einen kleineren Vegetationsbrand im Gebiet Pacific Palisades gelegt haben soll. Das Feuer sei damals zwar eingedämmt, aber offenbar nicht vollständig gelöscht worden. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft flammten unterirdische Glutnester später erneut auf und breiteten sich bei starkem Wind weiter aus. Daraus entwickelte sich schließlich das verheerende Palisades-Feuer bei Los Angeles, berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur AP.
Das Feuer zerstörte nach Behördenangaben rund 6800 Gebäude. Zwölf Menschen kamen ums Leben. Ganze Wohnviertel im wohlhabenden Küstengebiet Pacific Palisades wurden verwüstet.
Die Verteidigung weist die Vorwürfe zurück. Rinderknechts Anwälte argumentieren laut AP, die Behörden hätten den ursprünglichen Brand nicht ausreichend bekämpft und versuchten nun, einen Sündenbock zu präsentieren.
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