Ursula von der Leyen ist an einer schweren Lungenentzündung erkrankt. Das erklärte nun ein Sprecher. „Die Präsidentin hat ihre externen Termine für die ersten beiden Januarwochen abgesagt.“ Darunter auch eine Reise nach Danzig zum Auftakt der polnischen Ratspräsidentschaft. Zuletzt hatte Ungarn diese inne.
Bis zu ihrer Genesung führe von der Leyen ihre Amtsgeschäfte von ihrem Heimatort Hannover aus, heißt es weiter. „Wenn alles gut verläuft, wird die Präsidentin bis Mitte des Monats vollständig geheilt sein.“ Dann werde die 66-Jährige, die seit dem 1. Dezember 2019 Chefin der EU-Kommission ist, auch wieder in ihr Büro im Brüssler Kommissionsgebäude zurückkehren.
Brüssel friert Hilfsgeld für Ungarn ein – doch Orbán könnte der starke Mann in der EU werden
Ursula von der Leyen macht Druck im Kampf gegen das Bargeld
Bundeskanzler Scholz schickt Brief mit Forderungen an von der Leyen
Bis zu ihrer Rückkehr nach Belgien wird sich Ursula von der Leyen auch mit einem Brief von Olaf Scholz auseinandersetzen müssen. Der forderte in einem Schreiben an die Kommissionschefin jetzt europäische Maßnahmen zum Bürokratieabbau und zur Unterstützung der Auto- und Metallindustrie: „Es braucht jetzt dringend gemeinsame europäische Impulse, um Bürokratiekosten zu senken und die Innovationsfähigkeit unserer Unternehmen zu erhöhen.“
Neben Änderungen hinsichtlich der Berichtspflichten von Unternehmen zu nachhaltigem Wirtschaften regte der Kanzler unter anderem „zusätzliche Kaufimpulse“ für E-Autos an. Dazu wolle er auf nationaler Ebene bei Privatkäufen „einen unbürokratischen Steuerabzug für in Deutschland produzierte Fahrzeuge einführen“. Auf EU-Ebene bittet er um eine „entsprechende kurzfristige Initiative“.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de