Als einer der häufigsten Unfallauslöser gilt der Sekundenschlaf -eine neue Technik soll Abhilfe schaffen

Nie mehr Augen zu

Antonia Schmidt
2 Min

Jeder Autofahrer kennt die Situation. Der Tag war lang, jetzt steckt man auch noch seit Stunden im Feierabendverkehr fest -und allmählich werden die Augen schwer. Auch bei Nachtfahrten oder langen Strecken, die ohne Pausen bewältigt werden, fallen Fahrer häufig in den sogenannten Sekundenschlaf. Die Betroffenen erwachen meist erst dann, wenn ihr Kopf unsanft wegkippt oder eine Erschütterung sie aufrüttelt.Der Sekundenschlaf ist eine spontane, willentlich nicht beeinflussbare Erholungspause des Körpers, die schwerwiegende Folgen haben kann: Etwa jeder vierte tödliche Autobahnunfall geht laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) auf das Konto kurzfristig schlummernder Verkehrsteilnehmer.Seit Längerem ist die Autoindustrie bemüht, handhabbare Lösungen anzubieten, um die Fahrer vor dem drohenden Sekundenschlaf zu warnen. Doch die Assistenzsysteme, die bislang auf dem Markt sind, haben entscheidende Mankos. Sie sind meist recht groß, auf PC-Unterstützung angewiesen und noch dazu zu teuer. Auch die individuelle Anpassung der Kalibrierung an den Fahrer ist bislang obligatorisch. Für viele Fahrzeughersteller und Kunden erschien eine Installation deshalb bis jetzt als Luxusinvestition.Das könnte sich nun aber ändern. Ein vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie in Ilmenau (IDMT) entwickeltes Assistenzsystem verspricht eine clevere, raum- und kostensparende Lösung. Das Institut hat angekündigt, die neue Technologie auf der Messe "Vision" in Stuttgart (9. bis 11. November 2010) einem breiten Publikum zu präsentieren. Der "Eye-Tracker" erkennt nach Aussage der beteiligten Wissenschaftler die beim Fahrer aufkommende Müdigkeit im Vorfeld und schlägt akustischen Alarm.Der "Wecker" ist besonders klein, er wird als nur halb so groß wie eine Streichholzschachtel beschrieben. Zudem kommt er ohne zusätzlichen PC aus und lässt sich nach Aussage des Forscherteams mit minimalem Aufwand installieren. Das Gerät besteht aus mindestens zwei Kameras, die beispielsweise auf dem Armaturenbrett oder hinter der Sonnenblende angebracht werden können. Die Kameras liefern ein stereoskopisches Bild von der Lage und Ausrichtung der Pupillen. Sobald der Fahrer seine Lider für einen bestimmten Zeitraum -also die berühmt-berüchtigte Sekunde -schließt, löst das Gerät Alarm aus. Dies funktioniert auch, wenn der Fahrer den Kopf in diesem Augenblick zur Seite wendet.Das System kommt ohne weitere Hardware aus, da die Bildverarbeitung in den nur wenige Zentimeter großen Kameras stattfindet. Der neue "Eye-Tracker" verfügt zudem über eine Standard-Schnittstelle, die unproblematisch an den jeweiligen Bordcomputer des Autos angeschlossen wird.------------------------------Foto: Der "Eye-Tracker" schlägt Alarm, wenn die Augen zufallen.

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