Am Freitag schlossen die leuten vier der insgesamt 32 Berliner Freibäder. Doch trotz des Supersommers wurden in dieser Saison kein. Besucherrekorde gebrochen.Saisonschluß im Freibad Müggelsee. Verlassen stehen die letzten der 50 Strandkörbe am gelben Strand und zeigen den Wellen gelangweilt Ihren Rücken. Ober den Papierkörben kreisen keine hungrigen Wespen mehr, In der Ferne stutzt ein Rasenmäher das letzte Gras des Altweibersommers.Am Freitag öffneten sich am Müggelsee zum letzten Mal in diesem Jahr die stählernen Eingangspforten. Nach den heißen Sommerwochen, in denen es 81 000 erhitzte Groß. städter an den See getrieben hatte, war für die Kassiererin seit dem Ende der Sonnenscheinzeit nicht viel zu tun. "Ein paar treue FKK-Bader kamen zwar noch heraus, um im 15 Grad kalten Wasser zu baden, aber der richtige Andrang ist schon seit Mitte August vorbei", berichtet Schwimmelsterin Petra Juschka.Während es In den Kassen der meisten Freibäder kräftig klingelte, war Im Strandbad Wannsee, dem westlichen Pendant zum Freibad Müggelsee, "nicht allzuviel los". So Jedenfalls faßt Klaus Röske, der Leiter des größten Freibades der Stadt, den Besuch von 300 000 Badegästen zusammen. "Wir könnten leicht mit 500 000 Besuchern fertig werden. Aber seit dem Mauerfaii haben wir nicht nur mit starken Bauarbeiten zu tun, auch das Freizeitverhalten der Berliner hat sich verändert. Sie fahren jetzt eher Ins Umland als zu uns."Probleme, von denen man auch In Köpenick ein Lied singen kann. "Bis zum 5. August war unser Textilstrand wegen Bauarbeiten am Hauptgebäude und den Sanitäranlagen gesperrt. Alle Besucher mußten sich deshalb Im FKKTeiI zusammendrängeln. Das war nicht Immer schön, ist für viele FKK doch so heilig wie eine Weltanschauung", erinnert sich Petra Juschka. Und von den 300000 Besuchen, die zu DDR-Zeiten kamen, könne man nur noch träumen.Auch wenn in den nächsten Wochen nicht gebadet wird, fällt das Bad nicht In Winterschlaf. "Wir bringen das Gelände auf Vordermarmn, reparieren die Strandkörbe und arbeiten die Bojen auf", erklärt Techniker Wolfgang Thieme, während er in brusthohen Gummihosen im Wasser steht und eine kleine schwimmende Arbeitsplattfarm in den See zieht. Gemeinsam mit zwei Kollegen wird Thieme den Winter Im Freibad verbringen. Alle anderen 22 Angestellten haben als Saisonkräfte entweder frei, oder sie arbeiten wie Petra Juschka In einer Schwimmhalle. Trotzdem freuen sich die windund wetterfesten Frauen und Männer jetzt schon auf den Beginn der nächsten Freiluftsaison. Und der kommt ganz bestimmt am 1. Mal. Mit dem Rücken zum Wasser: Die Standkörbe vom Müggelsee haben für dieses Jahr ausgedient.
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