Technologie

Bezos gegen Musk: Amazon baut erstes Satelliten-Drehkreuz Afrikas in Kenia

Amazon will sein Satelliteninternet-Projekt Kuiper erstmals in Afrika ausbauen. Die geplante Bodenstation in Kenia soll mit Elon Musks Starlink um Millionen potenzieller Kunden konkurrieren.

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Eine Rakete bringt Satelliten für Amazons Kuiper-Projekt ins All. Mit dem Netzwerk will der Konzern von Jeff Bezos in Afrika künftig Starlink von Elon Musk Konkurrenz machen.

Eine Rakete bringt Satelliten für Amazons Kuiper-Projekt ins All. Mit dem Netzwerk will der Konzern von Jeff Bezos in Afrika künftig Starlink von Elon Musk Konkurrenz machen.

© Shawn Thew/AP

Amazon hat Kenia als Standort für seine erste Satelliten-Bodenstation in Afrika ausgewählt. Das Projekt ist Teil des weltweiten Satellitennetzwerks Project Kuiper, mit dem der US-Konzern von Gründer Jeff Bezos künftig schnelles Internet aus dem All anbieten will. Die Entscheidung verschärft zugleich den Wettbewerb mit Elon Musks Starlink, das in mehreren afrikanischen Ländern bereits aktiv ist.

Wie mehrere Fachmedien unter Berufung auf Anträge bei den kenianischen Behörden berichten, hat Amazons Tochtergesellschaft Amazon Kuiper Kenya Limited eine Lizenz für den Betrieb von Kommunikationsinfrastruktur beantragt. Die Genehmigung gilt als wichtiger Schritt für den geplanten Markteintritt auf dem Kontinent.

Bodenstation als Schaltzentrale für Satelliteninternet

Bei der geplanten Anlage handelt es sich demnach um eine sogenannte Bodenstation oder ein Satelliten-Gateway. Solche Einrichtungen bilden die Verbindung zwischen Satelliten im Erdorbit und den terrestrischen Datennetzen auf der Erde.

Die Station in Kenia soll den Berichten zufolge künftig Daten zwischen Nutzern und dem geplanten Kuiper-Satellitennetz übertragen. Amazon plant weltweit mehr als 3200 Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn einzusetzen. Das Projekt gilt als Antwort von Bezos auf das Starlink-Netzwerk von SpaceX-Gründer Musk.

Afrika als nächster Wachstumsmarkt

Für Amazon ist die Investition zugleich der erste größere Infrastrukturaufbau auf dem afrikanischen Kontinent. Branchenbeobachter sehen darin einen Hinweis darauf, welche Bedeutung Afrika für die großen Technologiekonzerne inzwischen besitzt.

Nach Schätzungen der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) verfügen in Subsahara-Afrika derzeit nur rund 36 Prozent der Menschen über einen Internetzugang. In Kenia liegt die Quote mit etwa 48 Prozent zwar höher, dennoch haben viele ländliche Regionen weiterhin keinen zuverlässigen Breitbandanschluss.

Der Ausbau klassischer Glasfasernetze und Mobilfunkmasten gilt in dünn besiedelten Gebieten als teuer und wirtschaftlich schwierig. Satellitensysteme in niedriger Erdumlaufbahn sollen diese Lücke schließen und deutlich höhere Geschwindigkeiten sowie geringere Verzögerungen ermöglichen als ältere Satellitentechnologien.

Starlink bereits stark vertreten

Der wichtigste Konkurrent ist Starlink. Musks Satelliteninternet-Unternehmen ist seit 2023 in Kenia aktiv und zählt dort inzwischen mehr als 22.000 Kunden. Nach Branchenangaben gehört Starlink damit bereits zu den zehn größten Internetanbietern des Landes. In den vergangenen Jahren hat Starlink seine Präsenz in Afrika deutlich ausgebaut und bietet seine Dienste mittlerweile unter anderem in Nigeria, Ruanda, Mosambik, Malawi und Sambia an.

Erst im März testete Starlink gemeinsam mit dem Mobilfunkanbieter Airtel Africa satellitengestützte Mobilfunkverbindungen in abgelegenen Regionen Kenias. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen konnten dabei unter anderem Nachrichten, Telefonate über WhatsApp, Kartendienste und digitale Zahlungsdienste genutzt werden.

Kenia setzt auf lokale Beteiligung

Die von Amazon beantragte Lizenz soll zunächst 15 Jahre gelten. Nach den kenianischen Vorschriften müssen ausländische Telekommunikationsanbieter innerhalb von drei Jahren eine lokale Beteiligung von mindestens 30 Prozent sicherstellen.

Die Regierung in Nairobi verfolgt damit das Ziel, internationale Technologiekonzerne stärker in die heimische Wirtschaft einzubinden. Gleichzeitig könnte die geplante Bodenstation Kenias Rolle als regionales Technologiezentrum weiter stärken.

Wettbewerb um die digitale Zukunft Afrikas

Experten sehen in dem Projekt mehr als eine gewöhnliche Infrastrukturinvestition. Mit Amazon und Starlink konkurrieren erstmals zwei der weltweit größten Satelliteninternet-Projekte direkt um Marktanteile in Afrika.

Für Millionen Menschen in ländlichen Regionen könnte dies langfristig einen besseren Zugang zum Internet bedeuten. Zugleich dürfte der Wettbewerb zwischen Bezos und Musk den Druck auf traditionelle Telekommunikationsanbieter erhöhen, ihre Netze auszubauen und Preise zu senken.

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