Angefangen hat der Verein im Jahr 2002 mit 10 Botschaftern, inzwischen gehören ihm über 100 an. Als 81 von ihnen vorige Woche die Premiere im Friedrichstadt-Palast besuchten, gab es einen mehr als freundlichen Applaus. Wenn sie in Massen auftreten, können Botschafter sehr beeindrucken.
Allerdings nicht die Fußballmannschaft des Auswärtigen Amts. Die lässt die Botschafter nicht etwa zur Verbesserung der diplomatischen Beziehungen diskret gewinnen. Im Gegenteil: Die letzte Begegnung Ambassadors Club gegen Auswärtiges Amt endete mit einer peinlichen 1:6-Niederlage, die Mania Feilcke so erklärt: „Für das Auswärtige Amt spielen lauter junge, sportliche Diplomaten.
Meine Botschafter sind ja doch schon ältere Herrschaften.“ Die Details der Gründungsgeschichte des Vereins verschwinden langsam im Nebel des Vergessens. Seine Gründungsimpulse waren Trotz und verletzte Eitelkeit. Mania Feilcke wurde als Präsidentin von „Willkommen in Berlin“, dem von ihr und einigen Mitstreiterinnen gegründeten Verein für die Diplomatenfrauen, abgewählt. Das kam wohl sehr ungelegen, denn sie hatte sich daran gewöhnt, als Chefin des Clubs überall hofiert zu werden.
Alle Voodoo-Puppen ausverkauft
Mit einigen Getreuen rief sie den Ambassadors Club ins Leben und blickte fortan vom hohen Ross auf ihren alten Verein. Sie kümmere sich schließlich um die Botschafter und nicht um Diplomatenfrauen. Mania Feilcke sprach abschätzig von den „Häkelnachmittagen“ des anderen Vereins. Damals waren wohl in Berlin für kurze Zeit Voodoo-Puppen total ausverkauft.
Mit wem man auch bei „Willkommen in Berlin“ sprach, jeder hatte sichtlich Mühe, keine wüsten Flüche über Mania Feilcke auszusprechen. In solchen Momenten erwies sich die erstklassige Benimmausbildung von Diplomaten und ihrem Anhang als hilfreich.
Vor drei Jahren, zum zehnjährigen Jubiläum von „Willkommen in Berlin“, konnte man dann das Ergebnis von offenbar erfolgreichen Friedensverhandlungen besichtigen: Mania Feilcke gehörte zu den Ehrengästen des Empfangs. Sie revidierte zum Dank ihre kleine Häkelnachmittag-Frechheit, indem sie leicht gönnerhaft erklärte: „Die haben auch intellektuelle Gruppen, nicht nur welche, die sich mit Handarbeit beschäftigen.“
Golfturniere, Hausmusik und Gesprächsrunden
Alle hatten sich im Dienst am Frieden zwischen den beiden Vereinen arrangiert: Der alte Club kümmert sich um die Partner der Diplomaten, der neue um die Botschafter. Es gibt sogar personelle Überschneidungen, die in der heißen Phase der Auseinandersetzungen undenkbar gewesen wären. So leitet die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Edeltraut Töpfer bei „Willkommen in Berlin“ die Begegnungsgruppe „Wir bitten zu Tisch!“ und arbeitet gleichzeitig im Ambassadors Club als Vize-Präsidentin.
Von der Bundesregierung wurde Kulturstaatsminister Bernd Neumann als Schirmherr des Ambassadors Clubs abgestellt. Der konnte zum Jubiläum am Donnerstagabend nur kurz vorbeischauen und Mania Feilcke und ihren Kolleginnen Komplimente wie dieses machen: „Ihr Einsatz macht Berlin kosmopolitischer und gastlicher.“ Dann musste er zurück zur Plenarsitzung des Bundestages: „Die Opposition jagt uns von einer namentlichen Abstimmung zur nächsten.“
Der Club organisiert Golfturniere und Ausflüge, bittet zur Hausmusik und lädt zu Runden mit wichtigen Gesprächspartnern aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Für Mitglieder hat das Vorteile, sagt Feilcke: „Nicht jeder Botschafter eines kleinen Landes bekommt so ohne weiteres einen Termin bei einem Minister. Bei uns kann er mit ihm unkompliziert ins Gespräch kommen.“
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