Eigentlich gibt es nur einen Ort, an dem diese Geschichte beginnen kann: Hier zwischen diesen knorrigen alten Kiefern, die dicht und hoch und eng beieinanderstehen zwischen all den klobigen und großen und schlichten Wohnblocks im Süden von Potsdam. Wirklich ein ungewöhnlicher Ort, vielleicht sogar einmalig im Osten Deutschlands.
Überall in der DDR – in wirklich jeder Stadt – wurden solche Siedlungen hochgezogen, die anfangs sehr begehrt waren und seit dem Ende des Landes etwas verächtlich Plattenbauten genannt werden. Meist entstanden sie dort, wo Platz war, auf weiten Feldern, sodass die Blocks wirken wie auf einer Eisenbahnplatte. Aber hier in Potsdam wurden die Häuser so mitten hinein in den Wald gebaut wie sonst wohl nirgends in der DDR, nicht umsonst heißen die Viertel Waldstadt I und II.
Ostdeutschland
Reise in ein verschwundenes Land: Spurensuche nach der DDR mit André Kubiczek
Der Berliner Erfolgsautor wuchs in Potsdam auf, doch die Orte der Kindheit sehen nun anders aus – und das verändert auch die Möglichkeiten des Erinnerns für Ostdeutsche.
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Mit der Straßenbahn in die Vergangenheit: André Kubiczek in der Linie 91, die auch nach Waldstadt fährt.
© Markus Wächter/Berliner Zeitung