Berlin - Am Donnerstagnachmittag machte Frank Bruckmann, Aufsichtsratsvorsitzender von Zoo und Tierpark Berlin, kein Hehl aus seiner Freude: Ist es doch endlich gelungen, einen neuen Chef für beide Einrichtungen zu finden. Andreas Knieriem, bisher Vorstand des Münchener Tierparks Hellabrunn, wird die Berliner Anlagen künftig in Alleinverantwortung leiten. Der promovierte Veterinärmediziner genieße einen exzellenten Ruf, so Bruckmann. „Insbesondere in Hellabrunn gelang es ihm, den Betrieb modern aufzustellen und die Besucherzahlen deutlich zu steigern.“
Modernisierung soll beginnen
Auch in Berlin geht es um eine Modernisierung, insbesondere des Tierparks. Denn diese ist unter der Leitung des bisherigen, umstrittenen Chefs Bernhard Blaszkiewitz nicht vorangekommen, obwohl bereits vor zwei Jahren ein Masterplan 2020+ für die Entwicklung des weitläufigen Park in Friedrichsfelde vorgestellt wurde. Bisher blieb es aber bei bloßen Ankündigungen. Nachdem Vize-Chefin Gabriele Thöne Ende Juli zurücktrat, um einen Weg zur personellen Erneuerung der Tiergärten-Leitung frei zu machen, schlug im August auch die Stunde für Blaszkiewitz. Der Aufsichtsrat beschloss, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Zu viele negative Schlagzeilen hatte der 59-Jährige gebracht, Kritik kam von Tierschützern und Mitarbeitern. Seine ruppige Art befremdete auch das Publikum. Als auch die Regierungsfraktionen von SPD und CDU die Ablösung forderten, war das Maß voll.
Sein Nachfolger Andreas Knieriem setzte sich unter mehr als 40 Bewerbern durch. Nach einem neuen Zoo-Chef war durch den international tätigen Personaldienstleister Kienbaum gesucht worden, nicht nur in Deutschland. Die Fördergemeinschaft der Hauptstadtzoos begrüßte die Wahl:„Ab jetzt wird für die Zukunft gehandelt“, sagte Vorstand Thomas Ziolko. . Die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling sagte, es sei das Klügste gewesen, was der Aufsichtsrat machen konnte. Als „folgerichtig“ bezeichneten die tier- und umweltpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Danny Freymark und Alexander J. Herrmann, die Entscheidung für Knieriem. „Er hat bereits im Zoo Hannover und München nachgewiesen, dass er wichtige Management- und Personalführungsqualitäten mitbringt.“
Dienstbeginn noch unklar
Knieriem selbst sagte, er freue sich sehr auf die neuen Herausforderungen: „Zusammen mit der Belegschaft werden wir die Visionen für Zoo und Tierpark Berlin erarbeiten und umsetzen.“ Fremd ist ihm die Stadt nicht – er hat an der Freien Universität Berlin Tiermedizin studiert und 1997 dort promoviert. Zudem ist er mit einer Berlinerin verheiratet, mit der er eine Tochter hat.
Wann er seinen Posten antritt, ist noch unklar. „Spätestens im nächsten Jahr“ hieß es in einer Mitteilung des Aufsichtsrats. Der Vertrag seines Vorgängers läuft bis zum 30. Juni 2014. Ob Bernhard Blaszkiewitz früher geht, darüber wird verhandelt.
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