Der ehemalige ukrainische Politiker Andrij Portnow ist am Mittwochmorgen in einem Vorort von Madrid erschossen worden. Dies berichten spanische und ukrainische Medien übereinstimmend. Portnow war unter Ex-Präsident Victor Janukowitsch stellvertretender Leiter der ukrainischen Präsidialverwaltung und zuvor Abgeordneter.
Die Täter sollen das Feuer direkt vor dem Eingang der American School im Stadtteil Pozuelo de Alarcón eröffnet haben. Die Polizei bestätigte, dass sie gegen 9.15 Uhr einen Notruf zu einer Schießerei erhalten habe, nannte jedoch zunächst keine Details zur Identität des Opfers.
Nach Angaben der spanischen Zeitung El País wurde der 52-jährige Portnow von zwei oder drei Bewaffneten mit mehreren Schüssen getötet, nachdem er seine Kinder an der Schule abgesetzt hatte. Ein Schuss traf ihn in den Nacken, zwei weitere am Oberkörper. Laut Polizei ereignete sich der Vorfall rund 30 Minuten nach Schulbeginn. Demnach wurden keine Kinder oder Eltern Zeugen der Tat.
Ermittlungen gegen Andrij Portnow in der Ukraine
Auch aus Sicherheitskreisen in der Ukraine wird der Tod Portnows bestätigt. Die Nachrichtenagenturen RBC-Ukraine und Ukrinform berichten unter Berufung auf Quellen bei den Sicherheitskräften, dass der frühere Politiker erschossen wurde.
Seit 2021 stand der Jurist Portnow wegen mutmaßlicher Beteiligung an groß angelegter Korruption unter US-Sanktionen. Auch der Ukraine, die er im Juni 2022 verließ, war gegen ihn wegen Korruption ermittelt. Gegen Portnow liefen mehrere Strafverfahren, von denen er viele vor Gericht für sich entscheiden konnte. Im Jahr 2018 leitete die ukrainische Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen mutmaßlicher Beteiligung an der Annexion der Krim durch Russland ein. Der ukrainische Sicherheitsdienst eröffnete zudem ein Verfahren wegen Hochverrats – dieses wurde später jedoch eingestellt. Zudem hatte Portnow Prozesse gegen Medien und Organisationen gewonnen, die ihn als prorussisch bezeichnet hatten.
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