Cybersicherheit

Angebliches Datenleck bei Revolut: 75 Millionen Datensätze im Darknet – Bank widerspricht

Ein Cyberkrimineller offeriert im Darknet eine Datenbank mit angeblich 75 Millionen Einträgen der Neobank Revolut. Das Unternehmen bestreitet einen aktuellen Sicherheitsvorfall.

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Die App der britischen Finanzplattform Revolut auf dem Bildschirm eines Smartphones neben Apps weiterer Finanz- und Bezahldienste.

Die App der britischen Finanzplattform Revolut auf dem Bildschirm eines Smartphones neben Apps weiterer Finanz- und Bezahldienste.

© Monika Skolimowska

Ein im Darknet aufgetauchtes Verkaufsangebot sorgt für Aufsehen: Ein Cyberkrimineller offeriert eine Datenbank, die nach eigenen Angaben Informationen von mehr als 75 Millionen Nutzern der Neobank Revolut enthalten soll. Der Preis von 500 US-Dollar wäre für einen frischen Datensatz dieser Größenordnung ungewöhnlich niedrig. Revolut selbst weist einen aktuellen Sicherheitsvorfall zurück.

Auf das Angebot hingewiesen hat der X-Account „Intel and Breaches“. Laut dessen Beschreibung sollen die Einträge Zahlungskartendaten wie Kartenschema, Status, Erstellungszeitpunkt und weitere Metadaten umfassen. Hinzu kämen mehrere CSV-Dateien mit nutzerbezogenen Angaben wie E-Mail-Adressen, Namen und Telefonnummern. Zum Nachweis stellt der Anbieter eine Stichprobe von 100 Einträgen bereit.

Revolut Deutschland widerspricht

Der Account „Dark Web Intelligence“ schränkt auf X ein, dass der öffentliche Beitrag weder eine konkrete Zahl an Datensätzen belegt noch technische Details oder mögliche Angriffsvektoren nennt.

Auf Anfrage von heise online widersprach ein Sprecher von Revolut Deutschland der Darstellung: Man habe die in der Beispieldatei enthaltenen Nutzer- und Kartenkennungen mit den eigenen Systemen abgeglichen. „Keiner davon entspricht einem gültigen oder echten Revolut-Identifikator“, so der Sprecher.

„Unsere Untersuchung ist abgeschlossen. Wir haben keine Hinweise auf eine Sicherheitsverletzung gefunden und gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es sich bei dem Datensatz um gefälschte Daten handelt“, so ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der Berliner Zeitung.

Auch bei recycelten Daten bleibt ein Risiko

Der Sprecher verwies zudem auf externe Analysen, wonach es sich vermutlich um eine Zusammenführung von Daten aus unterschiedlichen Quellen handele und nicht um einen neuen Datenschutzvorfall. Auch die genannte Zahl von 75 Millionen Datensätzen habe sich dort nicht verifizieren lassen.

Selbst wenn sich der Datensatz als Kompilation aus älteren Leaks herausstellt, sollten Revolut-Kunden aufmerksam bleiben. Solche Informationen lassen sich mit weiteren Quellen verknüpfen und für gezielte Phishing-Angriffe nutzen, bei denen die Täter mit bekannten persönlichen Angaben Vertrauen erschleichen.

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