Angelique Kerber

Warum die Zusammenarbeit mit Rainer Schüttler spannend werden kann

Die Tennisspielerin und ihr neuer Trainer liegen auf einer Wellenlänge.

BLZ
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Fototermin: Rainer Schüttler mit Andre Agassi nach dem Finale der Australian Open 2003.

Fototermin: Rainer Schüttler mit Andre Agassi nach dem Finale der Australian Open 2003.

© imago/Belga

Fast hätten sie dasselbe Datum erwischt. Am 16. November 2017 verschickte Manager Aljoscha Thron die Nachricht, Angelique Kerber habe sich von ihrem langjährigen Coach Torben Beltz getrennt und werde mit dem Belgier Wim Fissette arbeiten. Der erste Teil der Mitteilung hatte sich angedeutet zum Ende einer Saison, in der vieles schiefgelaufen war. Der zweite Teil ließ aufhorchen; Fissette brachte Erfahrung und Erfolge als Übungsleiter mit, und die vorherrschende Meinung war: Eine interessante, viel versprechende Wahl.

Die Lösung liegt nah

Auf den Tag genau elf Monate danach kam die Nachricht, Kerber habe Fissette wegen unterschiedlicher Auffassungen in der Ausrichtung für die kommende Saison freigestellt. Das überraschte nach einer erfolgreichen gemeinsamen Zeit, in der Kerber in Wimbledon gewonnen hatte und unter die Top 3 des Frauentennis zurückgekehrt war. Seit dem 13. November, also fast zum Jahrestag der Verpflichtung von Fissette, steht nun fest, dass Rainer Schüttler der neue Coach wird.

Kerber musste nicht in die Ferne schweifen, um Schüttler zu finden, der seine Karriere (Finale Australian Open 2003, im Jahr danach Nummer fünf der Weltrangliste) vor sechs Jahren beendet hatte. Dessen ehemaliger Coach und Manager ist Dirk Hordorff, aktuell Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB). Manager Thron, im Hauptberuf promovierter Mediziner, gehörte zu Hordorffs Managementteam, als Kerber dort vor Jahren eine Zeitlang betreut wurde. Thron schloss später seine Ausbildung als Mediziner ab, übernahm den Job als Kerbers Manager vor gut zwei Jahren und gehört zu Schüttlers Freudeskreis. Und Hordorff steht gewissermaßen im Zentrum dieses Kreises.

Wirkung ist schwer einzuschätzen

Im Gegensatz zu Fissette hat Schüttler keine große Trainererfahrungen. Er betreute mal den Serben Janko Tipsarevic, den Bruder seiner Frau, zuletzt arbeitete er mit dem Kanadier Vasek Pospisil. Im Frauentennis ist er ein Neuling, und das ist ein Teil der neuen Personalie, deren Wirkung schwer einzuschätzen ist. Bundestrainerin Barbara Rittner, die Kerber gut kennt, hieß Schüttler am Mittwoch auf der Frauentour willkommen. Erfahrung, Kompetenz und Charakter, das passe gut als Gesamtpaket, findet sie.

Schüttler teilte über Thron mit, er freue sich auf die Zusammenarbeit und sei überzeugt davon, Kerber könne mit ihrem Talent noch viel erreichen. Die beiden sprechen, nicht nur im Sinne des Wortes, die gleiche Sprache, sie sagen im Zweifelsfall lieber weniger als mehr. Und sie ähneln sich auch in ihrer Dünnhäutigkeit; die Sache könnte spannend werden.

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