Energieversorgung

Angespannter LNG-Markt: Zyklon stört Produktion in Australien

Die LNG-Produktion in Australien ist aufgrund eines heftigen Sturms eingeschränkt. Die Störungen treffen auf einen durch den Nahost-Krieg ohnehin angespannten Markt.

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Eine LNG-Verarbeitungsanlage des Projekts Gorgon in Australien

Eine LNG-Verarbeitungsanlage des Projekts Gorgon in Australien

© Marion Rae/imago

Mehrere australische LNG-Anlagen mussten aufgrund des tropischen Wirbelsturms Narelle ihre Produktion einschränken. Zusätzliche Unterbrechungen von LNG-Lieferungen könnten besonders asiatische Länder stark treffen, wie Bloomberg berichtet. Japan, Südkorea und China zählen zu den Hauptabnehmern australischen Flüssiggases.

Australien ist Reuters zufolge zum zweitgrößten LNG-Exporteur weltweit aufgestiegen, nachdem es infolge von Schäden an katarischen Anlagen durch iranische Angriffe zu Produktionsausfällen kam. Seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar sind die asiatischen LNG-Spotpreise laut Bloomberg um mehr als 90 Prozent gestiegen.

Zyklon Narelle: Mitarbeiter von LNG-Anlagen evakuiert

Die betroffenen Anlagen werden von dem globalen Energiekonzern Chevron und dem australischen Unternehmen Woodside betrieben. Chevron erklärte laut Reuters, man arbeite an einer Wiederherstellung der Produktion in den LNG-Anlagen Gorgon und Wheatstone in Westaustralien, die mutmaßlich wegen des Wirbelsturms Narelle unterbrochen wurde.

Donnerstagmittag wurde demnach die Gasförderung auf der Wheatstone-Plattform nach einer Störung unterbrochen, etwa drei Stunden später war eine der drei Verarbeitungsanlagen von Gorgon ebenfalls von einem Ausfall betroffen. Gorgon ist laut Reuters die größte LNG-Exportanlage Australiens mit einer Jahresproduktion von 15,6 Millionen Tonnen; die kleinere Anlage Wheatstone produziert 8,9 Millionen Tonnen jährlich.

Das Personal der Wheatstone-Plattform sei evakuiert worden, seit Dienstag werde die Anlage ferngesteuert aus Perth betrieben, erklärte ein Chevron-Sprecher. „Wir werden die volle Produktion an beiden Standorten wieder aufnehmen, sobald dies sicher möglich ist.“

Betroffene Anlagen sind bedeutend für LNG-Exporte Australiens

Woodside Energy bestätigte Produktionsunterbrechungen in seiner Karratha-Gasanlage, die das North West Shelf versorgt – Australiens zweitgrößtes LNG-Projekt mit einer Kapazität von 14,3 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Offshore-Belegschaft sei im Rahmen der Zyklon-Vorbereitungen evakuiert worden, die Produktion solle nach Rückkehr der Mitarbeiter wieder anlaufen, erklärte ein Unternehmenssprecher laut Bloomberg.

Gorgon, Wheatstone und North West Shelf machten im vergangenen Monat fast die Hälfte der australischen LNG-Exporte aus, was rund 8,4 Prozent des weltweiten Handels entspreche, berichtete Bloomberg unter Berufung von Daten des Beratungsunternehmens EnergyQuest.

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