Breitscheidplatz-Attentat

Berliner lassen sich nicht einschüchtern

16 Prozent der Forsa-Befragten haben ihre Gewohnheiten seither geändert.

Annika Leister
2 Min
Am 19. Dezember 2016 steuerte Anis Amri einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Bei dem Anschlag starben zwölf Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt.

Am 19. Dezember 2016 steuerte Anis Amri einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Bei dem Anschlag starben zwölf Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt.

© dpa

In gut zwei Wochen jährt sich das Attentat von Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz zum zweiten Mal. Mit zwölf Toten war es der erste große Terroranschlag in Deutschland. Welche Folgen hatte Amris Tat für das Leben der Berliner? Hat die Angst den Alltag verändert? Diese Fragen hat die Berliner Zeitung 1003 Berlinern in einer repräsentativen Forsa-Umfrage gestellt.

Während 84 Prozent der Befragten angeben, dass sie ihr Leben weiterleben wie zuvor, haben 16 Prozent ihre Gewohnheiten seither geändert. Sie verhalten sich im Alltag jetzt vorsichtiger und achten verstärkt auf die Menschen in ihrer Umgebung. Acht Prozent meiden Weihnachtsmärkte, circa fünf Prozent besuchen auch große Sport- oder Kulturveranstaltungen wie Theateraufführungen und Konzerte nicht mehr. Ein Prozent hat sogar den Besuch von Cafés und Restaurants gestrichen. 

Ältere denken besonders oft an die Tat

Mit 39 Prozent geben besonders viele Anhänger der rechtspopulistischen AfD an, dass sie sich seit dem Anschlag im Alltag anders verhalten. Mit 20 Prozentpunkten Abstand folgen die Wähler der FDP (19 Prozent), auf Platz drei und vier die der CDU (16) und der Linken (11).

Die meisten Berliner beschäftigt das Attentat zumindest in Gedanken: Rund 70 Prozent haben in den letzten Monaten daran gedacht – 57 Prozent davon „hin und wieder“, 12 Prozent „häufiger“. Hier macht sich der Altersunterschied bemerkbar: Während die über 60-Jährigen besonders häufig an die Tat vor zwei Jahren denken, finden sich unter den 30 Prozent, die gar nicht daran denken, besonders viele Unter-30-Jährige.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema