Die Woche auf dem Boulevard

Anja Rützels Kolumne: Auf triste Weise ironisch

Taylor Swift versprüht verschwenderische Freundlichkeit, Elon Musk hingegen äußert sich mal wieder ignorant und menschenverachtend: Das war die Woche auf dem Boulevard.

Christian Seidl Anja Rützel
4 Min
Ist bei „Das große Promi-Büßen“ rausgeflogen: Bea Fiedler 

Ist bei „Das große Promi-Büßen“ rausgeflogen: Bea Fiedler 

© TVNOW

Frau Rützel, von welchem Promi haben Sie diese Woche etwas gelernt?

Von Taylor Swift. Ich habe eines ihrer Konzerte im Hamburger Volksparkstadion besucht, und alles an diesem Tag – ihre dreieinhalbstündige, wirklich fantastische Show, aber fast noch mehr das ganze Drumherum – hat mich noch einmal daran erinnert, wie stumpf und ungerecht es ist, sogenannte popkulturelle „Phänomene“ nur aus der Ferne und von einem sehr hohen Schiedsrichterstuhl herab zu beurteilen (und dabei meistens einfach mal prophylaktisch als allzu mainstreamigen Massenquatsch abzuwerten). Da war so viel verschwenderische Freundlichkeit zu spüren, zwischen Taylor und den Fans und zwischen den Fans untereinander, wie ich es wahrscheinlich noch nie bei einer Veranstaltung dieses gigantischen Ausmaßes erlebt habe.

Zurück im Hotelbett sah ich auf TikTok ein Video, das einen kleinen Teil des Publikums beim Heimweg durch den dunklen Park zeigte. Sie sangen dabei Taylor-Lieder, und das Video war mit der Beschreibung versehen, es sei das erste Mal, dass die Erstellerin sich beim Rückweg von einem Konzert nicht fürchten müsse. Wer meint, so einen Anlass mit plumpen Provokationen und komplett unnötiger emotionaler Grobheit stören zu müssen, darf sich bei Swifts Song „The Smallest Man Who Ever Lived“ gern mitgemeint fühlen.

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