Neue Lyrik

Der weibliche Blick: „Oft habe ich verwünscht mein Geschlecht“

Die Anthologie „Frauen | Lyrik“ vereint über 500 Gedichte von und über Frauen – längst überfällig. Und Lukas Meschik zieht durch Wien und in Dichtergeschichte.

Björn Hartmann Björn Hayer
3 Min
Die Schwarze deutsche Dichterin May Ayim (1960–1996), viel zu selten gewürdigt, ist auch in der Anthologie „Frauen | Lyrik“ vertreten. 

Die Schwarze deutsche Dichterin May Ayim (1960–1996), viel zu selten gewürdigt, ist auch in der Anthologie „Frauen | Lyrik“ vertreten. 

© Orlanda Verlag [M]

„Niemand schwatze mir vom Lieben und von Hochzeitmachen“, schreibt Sidonie Hedwig Zäunemann selbstbewusst in einem Gedicht. Sie kennen die Autorin des 18. Jahrhunderts nicht, die fast 200 Jahre vor dem eigentlichen Feminismus Autonomie für das weibliche Geschlecht einfordert? Verwunderlich wäre das keineswegs, denn der Kanon der Literatur und allen voran der Lyrik mit Poetae Laureati von Friedrich Klopstock über Stefan George bis zu Paul Celan gleicht einem reinen Männerverein.

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