Bilanz

Antisemitische Attacken in Berlin: Das ist die Polizei-Bilanz

Vor einer Bar in Neukölln wird ein Paar, das Hebräisch spricht, mit einem Böller beworfen. Wieder werden Israel-Flaggen vor Rathäusern heruntergerissen. Die Bilanz der Polizei von Montag.

Christian Gehrke Team News chg
2 Min
Auf den Straßen Berlins kommt es immer wieder zu antisemitischen Straftaten.  

Auf den Straßen Berlins kommt es immer wieder zu antisemitischen Straftaten.  

© Thomas Banneyer/dpa

In Berlin registriert die Polizei derzeit täglich antiisraelische und antijüdische Attacken. Im Vergleich zu den Vortagen blieb es am Montag nicht nur bei Schmierereien. Es kam auch zu einer körperlichen Auseinandersetzung, wie die Polizei in einer Bilanz mitteilt.  

In Berlin-Neukölln wurde ein Paar, das Hebräisch sprach, am Montagabend, gegen 18.45 Uhr vor einer Bar in der Weichselstraße mit einem Böller beworfen. Der unbekannte Tatverdächtige soll nach ersten Informationen Arabisch gesprochen haben. Die 31-jährige Frau und ihr Begleiter wurden nicht getroffen und blieben unverletzt. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Berlin: Mehrere Israelflaggen von Rathäusern gerissen

Es wurden auch zwei weitere Israel-Flaggen an zwei Rathäusern beschädigt. Am Rathaus Moabit hisste am Montagvormittag am Mathilde-Jacob-Platz der Hausmeister eine Israelflagge. Dabei sei er von einer Gruppe unbekannter Jugendlicher beleidigt worden, teilte die Polizei mit. Anschließend beobachtete eine Zeugin, wie zwei Unbekannte versuchten, die Flagge vom Mast zu reißen, wodurch der Stoff beschädigt wurde.

Am Rathaus Neukölln in der Karl-Marx-Straße wurde am Samstag ebenfalls die Flagge hinuntergerissen. Der Vorfall wurde erst jetzt bekannt, weil es Montag zur Anzeige kam. Der Sicherheitsdienst entdeckte die heruntergerissene Flagge gegen 22.30 Uhr. Der Stoff soll im Bereich des Davidsterns stark beschädigt gewesen sein. In beiden Fällen hat ebenfalls der Polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

In Berlin-Gesundbrunnen bemerkten Anwohner gegen 17.45 Uhr an einem Balkon in der Buttmannstraße eine verbotene Hisbollah-Fahne und zeigten dies über die Internetwache an. Der 39-jährige Inhaber der Wohnung gab an, sich nicht über das Verbot nach dem Vereinsgesetz bewusst gewesen zu sein. Die Einsatzkräfte stellten die Flagge sicher. Auch hier ermittelt die Polizeiliche Staatsschutz.  

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