Aus dem Regionalmuseum in Messina auf Sizilien sind vier Werke des Renaissance-Malers Antonello da Messina gestohlen worden. Das teilte das italienische Kulturministerium am Sonntag mit. Kulturminister Alessandro Giuli sprach in einer Erklärung von „Bestürzung und Bedauern“. Die entwendeten Stücke seien von „außergewöhnlichem Wert“.
Nach Angaben italienischer Medien drangen die Täter in der Nacht zum Sonntag in das Museum ein, während in Italien der Feiertag Ferragosto begangen wurde. Zeitgleich fanden in Messina die traditionellen Feierlichkeiten zu Ehren der Jungfrau Maria statt. Bürgermeister Federico Basile erklärte, der Zeitpunkt mache den „zutiefst verwerflichen“ Diebstahl besonders schmerzhaft.
Der Eingang des Regionalmuseums in Messina
© Francesco Algeri/imago
Drei Tafeln aus Altarbild verschwunden
Die Diebe nahmen drei von fünf verbliebenen Tafeln des sogenannten Polyptychons von San Gregorio mit, eines Altarbilds aus dem Jahr 1473. Ursprünglich bestand das Werk aus sechs Tafeln und war für ein örtliches Kloster bestimmt, das beim Erdbeben von Messina im Jahr 1908 zerstört wurde.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters war das Polyptychon das einzige Werk des sizilianischen Malers, das seine Heimatstadt nie verlassen hatte. Zwei weitere Tafeln ließen die Täter nach dem Einbruch zurück.
Aus einer gesicherten Vitrine entwendeten die Einbrecher zudem ein kleines, beidseitig bemaltes Bild. Es zeigt auf der einen Seite die Jungfrau mit Kind und einem Franziskanermönch, auf der anderen Christus. Das Werk stammt aus der historischen Kunstsammlung des deutschen Juristen Wilhelm Soldan und wurde 2003 vom Auktionshaus Christie's an die Region Sizilien verkauft – im selben Jahr wurde es Antonello da Messina zugeschrieben.
Millionenkauf könnte Diebe angelockt haben
Der örtliche Kulturdezernent Enzo Caruso sagte laut dem Corriere della Sera, der Ankauf eines Werks von Antonello da Messina durch den italienischen Staat für 15 Millionen US-Dollar Anfang dieses Jahres könnte das Museum in den Fokus der Täter gerückt haben.
Im Februar hatte das italienische Kulturministerium beim Auktionshaus Sotheby's das Gemälde „Ecce Homo“ erworben, bevor es zur Versteigerung gelangen konnte.
Kunstdiebstähle sind in Italien keine Seltenheit. Erst am Freitag hatte die italienische Polizei die Sicherstellung dreier Gemälde von Paul Cézanne, Pierre-Auguste Renoir und Henri Matisse gemeldet, die im März aus einem Museum bei Parma entwendet worden waren.
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