Bundeswehr

Zahl der Kriegsdienstverweigerer steigt deutlich an: Jetzt schon mehr Anträge als 2025

In den ersten sechs Monaten von 2026 wurden schon mehr Anträge gestellt als im gesamten letzten Jahr. Das steckt dahinter.

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Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer ist deutlich angestiegen.

Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer ist deutlich angestiegen.

© Markus Scholz/dpa

Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ist einem Bericht zufolge in Deutschland deutlich gestiegen. Bereits in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden mehr Anträge gestellt als im gesamten Jahr 2025.

Bis zum 30. Juni 2026 seien 5862 Anträge beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben eingegangen, sagte eine Sprecherin der Behörde. Im gesamten Jahr 2025 waren es 3867 Anträge, im Jahr 2024 noch 2998. Auch der Wert aus dem Jahr 2011, dem Jahr der Aussetzung der Wehrpflicht, wurde mit damals 4348 Anträgen bereits überschritten.

Neues Wehrdienst-Gesetz gilt seit Januar

Als Gründe für den Anstieg gelten laut dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) die angespannte Sicherheitslage sowie das zum 1. Januar 2026 in Kraft getretene neue Wehrdienstgesetz. Seither werden alle jungen Männer kurz nach ihrem 18. Geburtstag angeschrieben und verpflichtend gemustert, um ihr Interesse an einem Dienst in der Bundeswehr abzufragen. Für Frauen ist das Ausfüllen des Fragebogens freigestellt.

Auf diesem Weg sollen Freiwillige für den Ausbau der Bundeswehr rekrutiert werden. Die Truppe soll von zuletzt 186.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten bis 2035 auf 260.000 wachsen. Sollte der Ausbau auf freiwilliger Basis nicht gelingen, behält sich insbesondere die Union die Einführung einer Bedarfswehrpflicht vor.

Die Wehrpflicht ist seit 2011 ausgesetzt, aber weiter im Grundgesetz verankert. Ebenfalls im Grundgesetz geregelt ist das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen. Über den schriftlichen Antrag entscheidet das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Erforderlich sind ein Anschreiben mit Unterschrift, ein tabellarischer Lebenslauf sowie eine ausführliche persönliche Begründung.

Anträge stellen laut RND nicht nur Ungediente, sondern auch Reservisten und aktive Soldaten. Die zuständigen Beratungsstellen meldeten einen wachsenden Zulauf. Zugleich machten unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auch viele frühere Kriegsdienstverweigerer ihre Anträge rückgängig. Nach einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung vom April war dies im vergangenen Jahr 781 Mal der Fall, im ersten Quartal 2026 bereits 233 Mal.

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