Verkehr

Anwohner sagen Nein: Streit um Umbau der Dörpfeldstraße spitzt sich zu

Zu wenig Platz für Fußgänger und Radfahrer: In Adlershof lehnt ein Bürgergremium Pläne des Bezirks ab. Nun treffen die Kontrahenten aufeinander.

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Viel Durchgangsverkehr auf schmaler Fahrbahn: Mira Skalski vom Kiezbeirat Adlershof auf der Dörpfeldstraße im Südosten Berlins, die in den kommenden Jahren umgebaut werden soll.

Viel Durchgangsverkehr auf schmaler Fahrbahn: Mira Skalski vom Kiezbeirat Adlershof auf der Dörpfeldstraße im Südosten Berlins, die in den kommenden Jahren umgebaut werden soll.

© Berliner Zeitung/Gerd Engelsmann

Schon seit langem wird über den Umbau eines 1,1 Kilometer langen Abschnitts der Straße diskutiert, die ihren Namen seit 1951 trägt – wobei Experten darüber streiten, ob sie nach dem Archäologen Wilhelm Dörpfeld oder nach dem Pädagogen Friedrich Wilhelm Dörpfeld benannt worden ist. Inzwischen sind die Forderungen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die größtenteils eingleisige Trasse für die heutigen Tramlinien 61 und 63 mit einem zweiten Gleis zu versehen, dringlicher geworden. Denn unweit vom S-Bahnhof Adlershof plant das Unternehmen einen Straßenbahn-Betriebshof.

Schmale grüne „Aufmerksamkeitsstreifen“ für die Radfahrer

„Wir sind nicht gegen den zweigleisigen Ausbau“, betont Mira Skalski. Wenn die Mobilitätswende an Fahrt gewinnen soll, müsse der Nahverkehr ausreichende Anlagen bekommen. Doch das Bürgergremium stößt sich an den übrigen Umgestaltungsplänen. Das Problem ist, dass die Straße mit 14,90 bis 19,50 Meter nutzbarer Breite ziemlich schmal ist. Die aktuelle Vorzugsvariante des Bezirks sieht vor, dass die Fahrbahn mit den beiden Fahrstreifen und zwei Gleisen 8,50 Meter einnimmt. Zu ihr gehören auch die geplanten jeweils ein Meter breiten „Aufmerksamkeitsstreifen“ für den Radverkehr, die grün unterlegt werden. Für echte Radfahrstreifen fehle dagegen der Platz. Die Gehwege, die heute eine Breite von zwei Meter bis 3,85 Meter haben, werden künftig „mehr als 2,50 Meter breit“ sein, heißt es weiter.

„Der Status quo wird fortgeschrieben“, bemängelt Skalski. Aus den Planungen gehe klar hervor, dass die Dörpfeldstraße eine Durchgangsstraße bleibt – wenn auch in Zukunft durchgängig mit Tempo 30. Dabei sei nicht weit entfernt der Glienicker Weg als Umfahrung ausgebaut worden. Eigentlich war vorgesehen, dass die Dörpfeldstraße als „aktives Zentrum“ attraktiver zum Bummeln werden soll. Um die Geschäftsstraße zu stärken, müssten die Gehwege breiter werden, so Skalski. Auch der Radverkehr benötige mehr Platz als vorgesehen. Für die Fahrbahn reichten 6,50 Meter aus.

„Wir Anwohner sehen nicht nur die Aufenthaltsqualität gefährdet, sondern auch wesentliche Aspekte aus dem Berliner Mobilitätsgesetz nicht eingehalten“, sagt Skalski. Nach dem Gesetz wären breitere Radfahrstreifen erforderlich. „Darüber hinaus stellt die Art und Weise des Beteiligungsverfahrens uns Bürger vor erhebliche Fragen zur Glaubwürdigkeit einer Bürgerbeteiligung“, so die Sprecherin. Während einer digitalen Veranstaltung, zu der die Stadtentwicklungsgesellschaft Stattbau für diesen Donnerstag um 18.30 Uhr einlädt, werden Bezirk und Bürger aufeinandertreffen.

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