An jedem Arbeitstag des vergangenen Jahres waren 7,3 Prozent der Beschäftigten in Thüringen krankgeschrieben. Das geht aus dem aktuellen AOK-Thüringen-Report hervor, wie RND berichtet. Damit liegt der Freistaat im bundesweiten Vergleich auf Platz drei – nur Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt weisen mit jeweils 7,4 Prozent noch höhere Werte auf. Der Bundesdurchschnitt liegt mit 6,4 Prozent einen vollen Prozentpunkt niedriger.
Immerhin: Die Zahlen gehen leicht zurück. Im Vorjahr lag die tägliche Krankenstandsquote in Thüringen noch bei 7,5 Prozent. Auch der Anteil der Beschäftigten, die mindestens einmal im Jahr krankgeschrieben waren, sank minimal – von einem höheren Niveau auf nun 68,8 Prozent. Die durchschnittliche Krankschreibungsdauer betrug 11,5 Tage pro Versichertem, was einem Rückgang von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Für den 25-seitigen Report hat die AOK Plus, die neben Sachsen auch für Thüringen zuständig ist, die Gesundheitsdaten von gut der Hälfte ihrer knapp eine Million Versicherten im Freistaat ausgewertet. Die Analyse umfasst unter anderem Krankschreibungen, Fehltage und relevante Berufsgruppen. Die niedrigsten Krankenstände bundesweit verzeichnen laut dem Report Bayern und Baden-Württemberg.
Kyffhäuserkreis vorn, Jena am gesündesten
Innerhalb Thüringens zeigen sich erhebliche regionale Unterschiede. Den höchsten Krankenstand verzeichnete der Kyffhäuserkreis mit 8,1 Prozent, dicht gefolgt vom Kreis Hildburghausen mit 8,0 Prozent. Am niedrigsten fiel die Quote in Jena aus, wo lediglich 6,5 Prozent der Beschäftigten an einem durchschnittlichen Arbeitstag krankgemeldet waren. Erfurt, Greiz, Weimar und der Saale-Orla-Kreis folgen mit jeweils 7,0 Prozent.
Die häufigsten Gründe für Krankschreibungen in Thüringen sind laut dem Report Atemwegserkrankungen – also klassische Erkältungen und grippale Infekte. Auf dem zweiten Platz rangieren orthopädische Beschwerden, gefolgt von Magen-Darm-Erkrankungen. Psychische Erkrankungen stehen an vierter Stelle der häufigsten Diagnosen.
Bei der Dauer der Arbeitsunfähigkeit ergibt sich allerdings ein anderes Bild: Die längsten Fehlzeiten verursachten orthopädische Erkrankungen, gefolgt von Atemwegsinfekten und psychischen Problemen. Gerade letztere führen erfahrungsgemäß zu besonders langen Ausfallzeiten pro Einzelfall, auch wenn sie in der Häufigkeit hinter anderen Diagnosen zurückbleiben.
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