Brüssel - „Es kann nicht hingenommen werden, dass manche Praktikantinnen und Praktikanten derzeit als unbezahlte oder billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden“, sagte EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor am Mittwoch in Brüssel. Die EU-Kommission schlägt daher einen Qualitätsrahmen für Praktika vor - denn derzeit entspreche jedes dritte Praktikum im Hinblick auf Arbeitsbedingungen oder Lerninhalte nicht den Mindeststandards.
„Die Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass den Praktikantinnen und Praktikanten wertvolle Kenntnisse und Erfahrungen vermittelt werden, mit denen sie einen Arbeitsplatz finden können“, forderte Andor. Die vorgeschlagenen Leitlinien sehen vor, dass vor einem Praktikum die Bedingungen wie Bezahlung, Arbeitszeiten, Betreuung und Lernziele schriftlich zwischen den Praktikanten und den Anbietern festgelegt werden. Schon aus der Ausschreibung soll klar hervorgehen, ob Praktikanten bezahlt werden. Die EU-Kommission setzt sich zudem dafür ein, dass Praktika nicht länger als sechs Monate dauern.
"Wenn Praktika tatsächlich den Einstieg in das Arbeitsleben erleichtern sollen, müssen sie qualitativ hochwertige Lerninhalte und angemessene Arbeitsbedingungen bieten und sollten kein billiger Ersatz für reguläre Arbeitsplätze sein“, mahnte die EU-Kommission. Im Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa setzte die EU auch auf Praktika. Eine beschlossene Jugendgarantie sieht vor, dass allen jungen Menschen unter 25 Jahren nach dem Schulabschluss oder dem Verlust ihres Jobs innerhalb von vier Monaten eine Stelle, eine Weiterbildung, eine Ausbildung oder zumindest ein Praktikum angeboten wird. (afp)
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