Der Chefkurator Hashim Sarkis hat eine überaus politische Veranstaltung geplant, sie prägt vor allem die Haupthallen in den Giardini; wir werden darauf zurückkommen, dieses Projekt braucht mehr Zeit zum Betrachten als die Nationalpavillons. Dass Architektur und Planung für die Zukunft des Menschen zentral sind, ist ihr Thema, und dazu gehört eben nicht nur Umweltgerechtigkeit, sondern auch soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit, gehören das Wohnen, das Wandern und Fliehen, die Landwirtschaft. Israel etwa zeigt in seinem Pavillon, wie man die Erzählung der Geschichte und Selbstkritik miteinander verbinden kann; hier wird der Agrarmythos des Kibbuz-Landes und die Verheißung von Milch und Honig überblendet mit der Vertreibung und Enteignung der Palästinenser und der umstandslosen Ausbeutung der Natur. Dabei zeigt der dänische Pavillon eindrücklich, indem er das spärliche Regenwasser Venedigs auffangen und damit eine ganze Kräuterfarm in den Wänden bewirtschaften will, dass der Mensch ohne Rücksicht auf die Natur nicht existieren kann.
Architektur
Architekturbiennale in Venedig: Warum der deutsche Pavillon leer ist
Ein erster Rundgang über die 17. Architekturbiennale in Venedig zeigt auch einen scheiternden deutschen Pavillon. Andere Länder machen es besser.
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Der deutsche Pavillon für die Architekturbiennale unter dem Motto „Rückblick von 2038“.
© Nikolaus Bernau