Washington Nach einer technischen Panne waren in den USA 50 Atomraketen kurzzeitig nur bedingt einsatzfähig. Die US-Luftwaffe bestätigte Berichte, wonach das Kontrollzentrum auf dem Stützpunkt Warren Air Force Base nahe Cheyenne, Colorado, am Samstag vorübergehend den Kontakt zu den in ständiger Alarmbereitschaft gehaltenen Interkontinentalraketen vom Typ MinutemanIII verloren habe. Der Vorfall habe weniger als eine Stunde gedauert, sagte Luftwaffensprecher Oberstleutnant Todd Vician.Das Magazin The Atlantic, das auf seiner Internetseite als Erstes über den Vorfall berichtete, zitierte einen Militärbeamten mit den Worten, "das ist keine große Sache". Luftwaffensprecherin Christy Nolta sagte, Sicherheit, Kontrolle und Zugriff auf die Atomraketen seien jederzeit durch mehrere sich überlappende Systeme gewährleistet gewesen: "Zu keiner Zeit gab es irgendeine Gefahr für die Bevölkerung." Ein anderer Militär erklärte dem Magazin hingegen, technische Störungen bei ein oder zwei Atomraketen habe es auch in der Vergangenheit gegeben. Man habe aber "noch nie die komplette Kontrolle und Einsatzfähigkeit von 50 Interkontinentalraketen verloren".Fehler in mehreren ComputernVerursacht haben sollen den Zwischenfall Fehlermeldungen in mehreren Computern, die durch ein Untergrundkabel mit den Raketensilos verbunden sind. Das Kontrollzentrum konnte damit weder den Zustand der Raketen kontrollieren, noch einen etwaigen Start auslösen. Sabotage schloss das Pentagon aus.Vor zwölf Jahren soll es auf dem Stützpunkt Minot in North Dakota sowie der Malmstrom Air Force Base in Montana ebenfalls zu Computerfehlern gekommen sein. Wie auf dem Luftwaffenstützpunkt Warren werden dort jeweils 150 MinutemanIII in Alarmbereitschaft gehalten. Diese Interkontinentalraketen haben eine Reichweite von 13 000 Kilometern und können bis zu drei 400-Kilo-Sprengköpfe tragen.Bei der Kontrolle des US-Atomarsenals war es in jüngster Zeit wiederholt zu Pannen gekommen. Der schwerste Zwischenfall ereignete sich im August 2007, als ein irrtümlich mit sechs Atomsprengköpfen bestückter Bomber von North Dakota nach Louisiana quer über die Vereinigten Staaten flog, ohne dass die Piloten oder die Kommandozentralen etwas von der brisanten Fracht wussten.
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