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Justiz

Astrazeneca: Gericht weist Impfschaden-Klage zurück – das ist die Begründung

Eine Zahnärztin verlor nach einer Corona-Impfung ihr Gehör und klagte vergebens. Denn laut dem Landgericht Mainz ist der erlittene Schaden bei der Frau geringer als der Nutzen für die Allgemeinheit.

Team News dpa/BLZ
2 Min
Eine Zahnärztin äußert sich im Flur des Landgerichts Mainz im Anschluss an die Verhandlung um einen möglichen Impfschaden.

Eine Zahnärztin äußert sich im Flur des Landgerichts Mainz im Anschluss an die Verhandlung um einen möglichen Impfschaden.

© Arne Dedert/dpa

Dieses Urteil könnte für Wirbel sorgen. Das Landgericht Mainz hat die Klage einer Frau gegen Astrazeneca wegen eines möglichen Impfschadens abgewiesen, weil der Nutzen einer Corona-Impfung für die Allgemeinheit angeblich größer sei. Im vorliegenden Fall bestehe kein negatives Nutzen/Risikoprofil, erklärte das Gericht am Dienstag schriftlich. Das Urteil war bereits am Montag gefallen - zunächst aber ohne Begründung.

Das Nutzen/Risikoverhältnis umfasst laut dem Gericht eine Bewertung der positiven therapeutischen Wirkung im Vergleich zum Risiko eines Arzneimittels für die Allgemeinheit. Nur wenn dieses Verhältnis negativ ausfalle, hafte ein pharmazeutisches Unternehmen für seine Arzneimittel.

Ob ein Risiko für die Klägerin persönlich bestanden habe, sei nicht erheblich, da es auf die Gesamtheit der potenziellen Anwender ankomme. Die Vorteile des Impfstoffs bei der Bekämpfung der Covid-19-Gefahr hätten das Risiko von Nebenwirkungen überwogen. Der Expertenausschuss für Humanmedizin der europäischen Arzneimittelkommission EMA habe das positive Nutzen/Risikoverhältnis bestätigt.

Gericht: Wissen über Corona-Impfschäden hätten Frau nicht beeinflusst 

Auch ein Problem durch eine „etwaigen unzureichende Arzneimittelinformation“ sehen die Richter nicht: Bei der Klägerin habe kein Entscheidungskonflikt vorgelegen. Die Kammer sei nicht überzeugt, dass sich die Klägerin beim Wissen um das mögliche Risiko von Blutgerinnseln sowie eines plötzlichen Hörverlustes nicht hätte impfen lassen.

Die Zahnärztin hatte in ihrer Klage gegen den Impfstoffhersteller Astrazeneca ein Schmerzensgeld von mindestens 150.000 Euro gefordert. Nach ihrer Impfung im März 2021 habe sie einen kompletten Hörverlust erlitten, hatte die Frau in dem Zivilprozess ausgesagt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Anwalt der Klägerin hatte am Montag bereits angekündigt, die nächste Instanz beim Oberlandesgericht Koblenz anzurufen.

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