„Es ist kurzfristig nicht geplant, weitere Außenstellen aufgrund zu niedriger Auslastung zu schließen“, sagte Ingo Decker, Sprecher des Potsdamer Innenministeriums. Im Haus werde derzeit ein Gesamtkonzept der Unterbringungen erarbeitet. Das Konzept soll Ende des Jahres fertig sein. Als die Zahl der Flüchtlinge vor Jahren rapide nach oben ging, wurden in Brandenburg einige Außenstellen – zum Teil Notunterkünfte – geschaffen, um die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) zu entlasten.
Acht Außenstellen geschlossen
Insgesamt verfügt das Land derzeit über 3550 Plätze an sechs Standorten, die belegt werden könnten. An ihnen waren am 4. Oktober morgens um 6 Uhr 1326 Menschen anwesend. Es gibt drei große Einrichtungen, die die Hauptlast zu bewältigen haben: Die Haupteinrichtung in Eisenhüttenstadt mit 1085 Plätzen, eine ehemalige Bundeswehr-Kaserne in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) mit 1090 Plätzen und ehemalige sowjetische Kasernen in Wünsdorf (Teltow-Fläming) mit 995 Plätzen. Dazu kommen zwei kleinere Einrichtungen in Frankfurt (Oder) mit 280 sowie 100 Plätzen sowie eine Stelle in im Flughafenbereich von Schönefeld. Doch dort ist derzeit niemand untergebracht.
Geschlossen wurden nach dem Abklingen des Flüchtlingsstroms im Land Brandenburg bislang acht Außenstellen. Das waren drei Notunterkünfte und Standorte in Eisenhüttenstadt, drei in Frankfurt (Oder), einer in Ferch (Potsdam-Mittelmark) sowie einer in Potsdam.
Das neue Gesamtkonzept, das derzeit vom Innenministerium erarbeitet wird, soll bis zum Jahre 2020 gelten und ist natürlich davon abhängig, wie sich die Zahlen der Asylsuchenden entwickeln. Derzeit sind die Zahlen überschaubar, beispielsweise kamen am 3. Oktober binnen 24 Stunden insgesamt 25 Asylsuchende in die Brandenburger Einrichtungen.
„Gut funktionierendes System“
Bei dem Gesamtkonzept muss nun ein entscheidender Punkt geklärt werden: Die Kommunen fordern vom Land, dass Asylbewerber, die keine oder kaum Chancen auf Asyl haben, die Erstaufnahmeeinrichtungen gar nicht erst verlassen dürfen und auf die Kommunen verteilt werden. Das würde dann aber bedeuten, dass die bislang nicht mal halbvollen Erstaufnahmeheime doch wieder stärker belegt werden.
„Derzeit haben wir ein gut funktionierendes System“, sagte Ministeriumssprecher Decker. „Es gibt gute bauliche Voraussetzung und auch die Betreuung ist auf gutem Niveau.“ (mit dpa)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de