Auf dem Monastiraki-Platz mitten in Athen steht eine Moschee aus dem Jahr 1759. Touristen fotografieren ihre flache Kuppel vor der Akropolis. Drinnen wird Volkskunst ausgestellt, gebetet wird hier seit fast zwei Jahrhunderten nicht mehr. Ein paar Gassen weiter steht die Fethiye-Moschee, ebenfalls ein Museum. Osmanische Gebetshäuser gehören zum Bild des Landes, in Westthrakien sind sie in Betrieb. Und doch bekam Athen erst im November 2020 seine erste neu gebaute, funktionierende Moschee, als letzte Hauptstadt der EU.
Die muslimische Präsenz wächst unterdessen. Seit dem Arabischen Frühling und dem Krieg in Syrien sind viele Geflüchtete geblieben, in Vierteln wie Kypseli und am Victoria-Platz. „Offenkundig verfestigen sich die arabischen Gemeinden in Athen“, sagt Ronald Meinardus, Politikwissenschaftler am Athener Institut Eliamep, im Gespräch mit dieser Zeitung, „es gibt Geschäfte, Restaurants und Ansätze einer sozialen Infrastruktur.“ Zugewanderte arbeiten beispielsweise im Bauwesen rund um den boomenden Immobilienmarkt.
Islamismus
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Die Tzistarakis-Moschee von 1759 am Monastiraki-Platz, dahinter die Akropolis. (Archivbild)
© imageBROKER/Karl F. Schöfmann/Imago