Auf dem Bebelplatz wird es in diesem Winter keine Eisbahn mehr geben

Eisstockschießen unter beleuchteten Linden

Uwe Aulich
3 Min

Zur Weihnachtszeit wird es auf dem Bebelplatz keine Pavillons mit Glühweinausschank mehr geben, auch die umstrittene Eisbahn wird dort nicht mehr aufgebaut. Darauf haben sich der Veranstalter Francesco Mazuhn und Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) verständigt. Stattdessen wird es nach Angaben von Gothe auf der Mittelpromenade Unter den Linden eine neue Attraktion für die Berliner und die Weihnachtstouristen geben: Zwischen der Friedrichstraße und der Neustädtischen Kirchstraße werden zwei Eisbahnen aufgebaut, auf denen man Eisstockschießen kann. Außerdem darf Mazuhn dort einen Schankpavillon errichten.Mit dem neuen Konzept reagiert Gothe auf die Kritik an der kommerziellen Nutzung des Bebelplatzes etwa durch die Modenschauen der Fashion Week. Denn seit 1995 erinnert auf dem Bebelplatz ein Denkmal des israelischen Künstlers Micha Ullman an die Bücherverbrennung auf dem Platz am 10. Mai 1933 - eine unterirdische "Bibliothek" ist fünf Meter tief in den Boden eingelassen. Wegen der Veranstaltungen wie der Fashion Week und der Eisbahn hatte Ullman wiederholt gegen den aus seiner Sicht "schändlichen und zerstörerischen Umgang" mit seinem Denkmal protestiert. Dem haben sich Hunderte Künstler und Kulturverbände angeschlossen. Seit Monaten schon versucht der Bezirk daher, eine Lösung zu finden und die Veranstaltungen vom Bebelplatz zu verlagern.Die Sanierung der Staatsoper scheint Gothe dabei ins Konzept zu passen, denn durch die Baustelle ist derzeit etwa ein Drittel des Bebelplatzes blockiert. "Wir hielten es deshalb für angebracht, auf die Eisbahn zu verzichten", sagt er. Neben dem Pariser Platz werde künftig auch der Bebelplatz in der Adventszeit frei bleiben. Die Eisbahn gab es auf dem Bebelplatz erstmals im Jahr 2005, der Bezirk hatte sie im Zusammenhang mit der Beleuchtung der Straße Unter den Linden zugelassen. 2009 wurde sie aber nicht mehr aufgebaut, nachdem einer der Sponsoren ausgestiegen war.Wie Mazuhn sagt, wird es Unter den Linden ab 25. November zwei jeweils 15 Meter lange Eisstockbahnen geben, die überdacht werden, so dass auch bei Schneefall oder Regen gespielt werden kann. Eisstockbahn und Holzpavillon würden sich harmonisch in das Bild der beleuchteten Straße einfügen, sagt er.Die Linden-Beleuchtung wird wie in den Vorjahren vom Energieversorger Vattenfall finanziert. An den fast 300 Bäumen werden etwa 80000 Meter Lichtschläuche befestigt - sie zeichnen dann im Dunkeln die Konturen der Bäume nach. "Die Resonanz der Touristen auf die Installation ist sehr positiv", sagt Sprecher Hannes Hönemann. Ende November soll die Beleuchtung angestellt werden. Kurfürstendamm und Tauentzien werden ab 23. November beleuchtet. Sponsor ist dort wie bisher die Wall AG. Laut Sprecherin Frauke Müller werden in der City West etwa 650 Bäume dekoriert und Lichtinstallationen aufgestellt.------------------------------"Wir haben die Debatte um das Denkmal verfolgt. Ich bin nicht die Fashion Week, ich muss nicht auf den Bebelplatz." Francesco Mazuhn, Veranstalter

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