Die britische Regisseurin Jaz Woodcock-Stewart bringt in ihrer zum Theatertreffen eingeladenen Inszenierung des Tennessee-Williams-Klassikers „Die Glasmenagerie“ ein Fitnessgerät ins Spiel, das den Brettern, die die Welt bedeuten, eine kinetische Dimension hinzufügt. Es handelt sich um Vibrationsplatten, auf denen man zum Beispiel seine Kniebeuge machen kann, die für die bessere Durchblutung und Lockerung der Muskulatur sorgen und mithin für die Straffung von Beinen, Po und Bauch.
Einige dieser Platten zittern in der straßengrauen Leere der Bühne herum, die mit ein paar Einrichtungsobjekten als Wohnung der Wingfields markiert wird. Die Wände zu diesem traurigen Temu-Interieur (Ausstattung: Rosie Elnile) werden erst später aus dem Zugturm heruntergelassen, wenn die alleinerziehende Amanda (Hilke Altefrohne) ihre bis an die pathologische Grenze schüchterne Laura (Antoinette Ullrich) mit Jim (Julian Anatol Schneider), dem Kollegen von Lauras Bruder Tom (Jan Bluthardt) verkuppeln will.
Theatertreffen
Rüttelplatten, die die Welt bedeuten: „Die Glasmenagerie“ beim Berliner Theatertreffen
Tennessee Williams hat Worte für die Neurosen des Spätkapitalismus gefunden. Die Basler Inszenierung von Jaz Woodcock-Stewart das passende Gerät. Die Kritik.
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„Die Glasmenagerie“ aus Basel beim Theatertreffen. Szene mit Hilke Altefrohne als Amanda mit ihren Kindern Laura und Tom (Antoinette Ullrich und Jan Bluthardt)
© Lucia Hunziker