Gestiegene Nachfrage an Waffen

Aufrüstung: EU will eine Million Artillerie-Geschosse pro Jahr herstellen

Die europäische Rüstungsindustrie soll auf Kriegswirtschaftsmodus umgestellt werden, sagt EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton.

Team News AFP
2 Min
Explosive Kulisse in Charkiw: Ukrainische Soldaten posieren für ein Foto während eines Schusses auf russische Truppen von selbstfahrender Artillerie. 

Explosive Kulisse in Charkiw: Ukrainische Soldaten posieren für ein Foto während eines Schusses auf russische Truppen von selbstfahrender Artillerie. 

© Evgeniy Maloletka/dpa

Die Europäische Union (EU) will ihre Produktionskapazität von Artilleriegeschossen auf eine Million pro Jahr erhöhen. Offizielle Stellen teilten am Dienstag mit, die Waffenproduktion in der EU solle angekurbelt werden. „Wenn es um unsere Verteidigung geht, müssen wir unsere Industrie jetzt auf Kriegswirtschaftsmodus umstellen“, sagte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton. Die EU reagierte damit auf die gestiegene Nachfrage durch den Krieg in der Ukraine.

Die Europäische Kommission will den Plan am Mittwoch vorstellen. Demnach sollen 500 Millionen Euro aus dem EU-Budget für die Stärkung der Waffenproduktion verwendet werden. Die EU-Gelder sollen dabei in neue Produktionslinien fließen, etwa in die Nachrüstung alter Munition. Nach Angaben aus Brüssel sollen die Gelder rund 50 Prozent der Finanzierung für ausgewählte Projekte ausmachen. Die EU-Mitgliedsstaaten müssten somit für die andere Hälfte der Kosten selbst aufkommen.

Einerseits will die EU mit dem Plan ihre Bestände auffüllen, andererseits in der Lage sein, die Ukraine in ihrer Verteidigung gegen Russland weiter mit Waffen zu unterstützen. Nach Jahrzehnten der Unterfinanzierung kämpft die europäische Rüstungsindustrie mit der sprunghaft angestiegenen Nachfrage, ausgelöst durch Russlands Angriffskrieg in der Ukraine.

Der Plan stelle einen noch nie da gewesenen Schritt dar, sagte Binnenmarktkommissar Breton. Er ziele darauf ab, „die Aufstockung unserer Rüstungsindustrie direkt zu unterstützen, für die Ukraine und für unsere eigene Sicherheit“.

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