Diese Zahl ist ungeheuerlich und steht für eine Katastrophe: 3,7 Millionen Ostdeutsche, überwiegend jung und gut ausgebildet, sind seit 1991 in den Westen gezogen; wer weiß, wie viele in der Schweiz, den USA oder Großbritannien landeten. Der Verlust ist nicht zu messen, denn sie nahmen Wissen, Erfahrung, Kreativität und Arbeitsfreude mit. Ihre Kinder wurden woanders geboren, die Enkel kommen in Stuttgart, Münster oder Basel zur Welt statt in Dippoldiswalde, Demmin oder Eisenach. Schön für all jene, die millionenfach in der DDR akkumulierte Werte geschenkt bekamen.
Braindrain
Aus dem Osten vergrault: Wie eine Sächsin im Westen Professorin wurde
Dr. Kerstin Schreiber wurde 1992 aus ihrer Chemnitzer Hochschule verdrängt. Im Westen erfuhr sie: „Auf Ost-Wissen stolz sein, war das Aus.“ Ein Vereinigungs-Exempel.
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Prof. Dr. Kerstin Schreiber aus Chemnitz 2011 bei der Vorlesung an der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden, Außenstelle Göttingen
© Thomas Sterner