Die neue Ausstellung im Schloss heißt „Der Preußische Apoll“ und widmet sich dem schönsten Spross der Preußen-Dynastie. Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1772–1806) war ein Enkel des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. Nach seinem Tod schrieb Theodor Fontane eine Ballade über ihn. „Sechs Fuß hoch aufgeschossen,/ Ein Kriegsgott anzuschaun,/ Der Liebling der Genossen,/ Der Abgott schöner Fraun,/ Blauäugig, blond, verwegen,/ Und in der jungen Hand,/ Den alten Preußendegen/ – Prinz Louis Ferdinand.“
Prinz Louis war ein Liebling der Frauen und ein hervorragender Pianist dazu, der in den bekanntesten Berliner Salons spielte. Die Ausstellung widmet sich dem musikalischen Schaffen des Prinzen, seiner Familie, seinen Liebschaften. Zu sehen sind Originaldokumente, Notenabschriften, Kandelaber, die Berliner Salons jener Zeit werden zum Leben erweckt. Diese Musik und auch die Kompositionen des Prinzen werden in einer für die Ausstellung konzipierten Konzertreihe aufgeführt.
Preußen-Prinz Louis Ferdinand starb im Kampf gegen napoleonische Truppen
Geboren wurde Prinz Louis Ferdinand am 18. November 1772 im Schloss Friedrichsfelde. Als Kind spielte er auf weiten Wiesen, bevor die Familie in die Wilhelmstraße zog und sich ab 1785 das Schloss Bellevue am Rande des Tiergartens errichten ließ. Louis hatte den Nimbus des strahlenden Heldenprinzen. Zum Ärger seines Vaters Prinz Ferdinand, jüngster Bruder des preußischen Königs Friedrich II., machte er allerdings Schulden ohne Ende, kaufte zu viel Wein, Delikatessen, Schmuckstücke.
Preußen-Prinz Louis Ferdinand, Porträt von Jean Laurent Mosnier, 1799.
© Roland Handrick
Ganz Berlin tratschte über den rastlosen Lebenswandel des preußischen Enfant terrible. Fontane dichtete: „Die Generalitäten/ Kopfschütteln früh und spät,/ Sie räuspern sich und treten/ Vor Seine Majestät,/ Sie sprechen: Nicht zu dulden/ Ist dieser Lebenslauf,/ Die Mädchen und die Schulden/ Zehren den Prinzen auf.“
Louis starb im Kampf gegen die napoleonischen Truppen. Sein früher Tod machte ihn endgültig zu einem preußischen Helden. Nach dem Besuch der Ausstellung im Schloss sollte man nicht vergessen, einmal über die Schlossinsel zu spazieren. Überall blüht es, Bänke laden zum Verweilen ein, auf der Wiese liegen Besucher und schauen in die Wolken. Fast sieht man von der Inselspitze das älteste Flussbad Berlins, 1897 am Dahmestrand gegründet. Feiner Sand, Wasser, ein Steg, was will man mehr – wenn das Wetter mitspielt.
Köpenick ist natürlich auch vom Wasser aus gut zu erkunden.
© imago images / Jürgen Ritter
Essen und trinken kann man in einem der vielen Ausflugslokale, die schon zu Fontanes Lebzeiten die Ufer der Dahme säumten. Auf der Terrasse des Lokals Mutter Lustig ist man den Wellen, den schreienden Möwen und den vorbeituckernden Booten ganz nah.
Der Name des Lokals erinnert an Henriette Lustig. Sie wusch die Wäsche der feinen Herrschaften und betrieb ab 1835 die erste Lohnwäscherei. In der Folgezeit entwickelte sich Köpenick zur Waschküche Berlins, um 1900 sollen über 4000 Lohnwäscherinnen in den 87 Köpenicker Wäschereien gearbeitet haben.
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