Ein Mädchen aus Kuba tanzt um die Welt
Man traut sich kaum, die Geschichte hinter dieser Tanzshow zu erzählen, so kitschig klingt sie. Aber sie ist wahr! Es war einmal ein junges Mädchen vom Lande, das träumte von einem Leben für die Show. Ayala schafft es in Havanna zwar in ein Ensemble, bewegt sich zu Mambo und Rumba, doch vom ersehnten Glamour ist nichts zu spüren.
Im Admiralpalast entfaltet sich ihre Geschichte live und in Videobildern. Die Rhythmen ändern sich, werden variantenreicher, 14 Tänzer zeigen das moderne Kuba mit Salsa, Merengue, Streetdance und Reggaetón. Gesungen wird von Zickenkrieg und Männergeprahle, doch im Zentrum steht immer der Tanz, denn Ayala wird entdeckt, bekommt ihr ersehntes Solo – in einem Stück nach ihrer Geschichte. Nun zieht sie um die Welt mit „Soy de Cuba“. Cornelia Geißler
Wo: Admiralspalast, Friedrichstr. 101
Wann: 20 Uhr, noch bis 29. 11.
Karten: Tel.: 47 99 74 99
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Wo Eheanbahnerinnen auf Kundschaft warten
Wer, außer der traditionsreichen Volksbühne, macht sich schon Gedanken über das Schicksal von Eheanbahnungsinstituten in Social-Media-Zeiten? Tessa Blomstedt, Titelheldin dieses herrlich traurig-komischen Musiktheaterabends von Christoph Marthaler, versucht, sich in dem ungleichen Kampf zu behaupten.
In der schief-glamourösen Gestalt von Irm Herrmann gießt sie in dem mietgünstigen Souterrain ihre Zimmerpflanzen und wartet auf Kundschaft, die daheim an ihren selbstoptimierten Profilen herumzimmern, um auf dem Markt der sozialen Kontakte ihre Seelen zu verscherbeln. Marthaler entwirft − im Retroschick der 1960er- Jahre − eine verlogene Welt, in der lauter aufpolierte einsame Würmer schnieken Schimären nachjagen, die ihrerseits nichts anderes sind als einsame Würmer auf Jagd.Ulrich Seidler
Wo: Volksbühne
Wann: 19:30 Uhr
Karten: 24 06 57 77
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Farben, Körper, Tango & Meer
Wir dürfen davon ausgehen, dass die Berliner Malerin Stella Kati Krehl den Tango beherrscht, denn in ihren expressiven Bildern ist jede Bewegung, jeder Rhythmus des legendären argentinischen Lebens- und Traum-Tanzes, der gerade in Berlin seit Jahren so passioniert getanzt wird, ausgedrückt. Jede Farbfläche, jede Kontur zeigt leidenschaftliche Bewegung, raffinierte Körperarbeit, Emotion, vibrierenden Klang, aber auch Körper-Beherrschung.
Die Malerin packt, wirft, zieht, wirbelt gleichsam ihre Pinselzüge – vor allem leuchtendes Rot und Blau – auf die Leinwand, lässt Szenen der „Goldenen Zwanziger“ in den Varietés und Tanzlokalen Berlins wie Erinnerungsfetzen aufblitzen, um das Geschehen im Heute zu verorten, sinnlich, metaphorisch, witzig. Ingeborg Ruthe
Wo: Kiezklub Rahnsdorf/Hessenwinkel, Fürstenwalder Allee 362 (Ecke Lutherstr.)
Wann: Bis Ende Februar 2016, Mo–Fr, 9–18 Uhr
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