Der Staatsschutz sucht Zeugen eines offenbar fremdenfeindlichen Überfalls am S-Bahnhof Treptower Park. Am 20. Januar dieses Jahres gegen 8.45 Uhr soll eine 17-jährige südländisch aussehende Schülerin in einer S-Bahn der Linie 8 von Wedding nach Grünau von zwei Deutschen bedrängt worden sein. Sie berichtete den Ermittlern, dass die jungen Männer, die offenbar der rechten Szene angehören, ein Messer gezogen hatten und sie zwangen am Bahnhof Treptower Park aus dem Zug zu steigen. Im Bahnhof sei sie beleidigt und anschließend geschlagen worden. Vier ausländische Männer im Alter von 20 bis 25 Jahren sollen dem Mädchen später geholfen haben. Sie stellten sich den Angreifern entgegen. Dadurch gelang es der Schülerin zu fliehen. Die Beamten des Staatsschutzes nehmen die Schilderungen des Mädchens ernst. Dennoch gibt ihnen der Fall Rätsel auf. Unklar ist, warum sich die 17-Jährige erst am 23. Januar bei der Polizei gemeldet und die Tat angezeigt hat. Außerdem habe sie zwei Vernehmungstermine versäumt, so dass die Einzelheiten des Überfalls erst am vergangenen Montag bekannt geworden sind, hieß es aus dem Landeskriminalamt. Brauchbare Beschreibungen der Täter gibt es derzeit nicht.Deshalb hoffen die Ermittler, dass sich unter der Berliner Rufnummer 699 375 18 Zeugen des Überfalls melden. Die Ermittler interessieren sich vor allem für Beschreibungen der Angreifer sowie für die vier ausländischen Männer, die dem Mädchen geholfen haben. Zuletzt gab ein fremdenfeindlicher Überfall in der S-Bahn im Dezember vergangenen Jahres der Polizei Rätsel auf. Vier unbekannte Männer sollen in einer Bahn von Bernau nach Berlin ein 15-jähriges Mädchen attackiert haben. Linke Gruppen hatten über diesen Überfall auf ihrer Internet-Seite berichtet. Opfer und Täter wurden bislang nicht ermittelt.
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