Biden erwartet iranischen Angriff auf Israel eher „früher als später“
US-Präsident Joe Biden sagte am Freitag, seiner Erwartung nach stehe ein Angriff eher „früher als später“ bevor. Er wolle sich aber nicht zu Geheimdienstinformationen äußern. Zudem warnte er den Iran. Die USA „werden Israel unterstützen, wir werden helfen, Israel zu verteidigen und der Iran wird keinen Erfolg haben“, hob US-Präsident Biden erneut hervor. Nach seiner Botschaft für den Iran gefragt, antwortete er mit Blick auf einen möglichen Angriff: „Tut es nicht.“ Biden hatte Israel bereits am Mittwoch die „unerschütterliche“ Unterstützung der USA zugesichert.
Iranischer Angriff schon am Wochenende? Israel bereitet sich auf Krieg vor
Angesichts eines möglichen iranischen Angriffs auf Israel kündigten die USA zudem an, Verstärkung in den Nahen Osten zu schicken. Es würden „zusätzliche Ressourcen“ in den Nahen Osten verlegt, „um die regionale Abschreckung zu stärken und den Schutz der US-Streitkräfte zu erhöhen“, hieß es aus US-Regierungskreisen. Über die Art der Verstärkung wurden zunächst keine Angaben gemacht.
Zuvor hatte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, bekräftigt, dass die USA die potenzielle Bedrohung durch den Iran nach wie vor für „greifbar und real“ hielten. Die USA würden zum einen die Israelis bei ihrer Verteidigung unterstützen und zum anderen sicherstellen, dass die eigenen Streitkräfte in der Region „richtig vorbereitet“ seien.
Am 1. April waren bei einem mutmaßlich israelischen Luftangriff auf das iranische Botschaftsgelände in der syrischen Hauptstadt Damaskus zwei Brigadegeneräle und fünf weitere Mitglieder der mächtigen iranischen Revolutionsgarden (IRGC) getötet worden. Die iranische Führung hat seitdem mehrfach mit Vergeltung gedroht. Israel müsse bestraft werden, hatte Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei am Mittwoch bekräftigt. Derweil verlängerte die deutsche Lufthansa die Aussetzung geplanter Flüge in und aus der iranischen Hauptstadt Teheran bis Donnerstag.
Scholz zeigt sich besorgt über möglichen Vergeltungsangriff des Irans
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zeigte sich besorgt über einen möglicherweise bevorstehenden Vergeltungsangriff des Irans auf Israel. Man nehme die Situation „sehr ernst“, sagte Scholz am Freitag in Berlin. Sowohl er als auch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hätten alles unternommen, um dem Iran klarzumachen, „dass es hier nicht (...) zu einer militärischen Aktivität kommen darf“.
Das Kanzleramt teilte mit, dass es sich in dem eskalierenden Konflikt um eine vermittelnde Rolle Chinas bemühe. Auf eine Frage nach einer Einbindung Chinas bei den Bemühungen um Deeskalation sagte Scholz: „Wir reden in großer Breite und in alle Richtungen.“ Scholz trifft am Wochenende zu einem dreitägigen Besuch in China ein.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de