Bärenpost

Rauchen geboten

Bei der Berlinale steht nicht nur großes Kino im Mittelpunkt, genauso wichtig sind auch die Partys. Unser Kolumnist Jens Balzer schreibt hier täglich über die Schauplätze abseits des Kinosaals.

Jens Balzer
2 Min
Es wird viel geraucht in Berlin, auch bei der Berlinale

Es wird viel geraucht in Berlin, auch bei der Berlinale

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Anlässlich der Berlinale kommt ja immer auch viel Besuch angereist, in den letzten Tagen habe ich etwa Gäste aus Toronto, Zürich und Villingen-Schwenningen durch die Gegend geführt. Auf Begeisterung oder Befremden, jedenfalls stets Interesse, stößt bei den Besuchern der Umstand, dass man in Berlin einfach überall rauchen darf – eine zivilisatorische Errungenschaft, mit deren entschlossener Verteidigung gegen den lustfeindlichen Mainstream wir in unserer schönen Stadt weltweit inzwischen recht alleine dastehen. Zumal sich das generelle Berliner Rauchgebot nicht nur auf Kneipen, Bars und Clubs erstreckt, sondern auch bei den offiziellen Partys der Berlinale strikt durchgesetzt wird.

Zum Beispiel beim Empfang des Medienboards im Ritz Carlton Hotel: Hier rauchten nicht nur alle ständig und überall. Freundliche Hostessen verteilten sogar Zigaretten, Tabak, Blättchen, Feuerzeuge, Streichhölzer und Taschenaschenbecher an die glücklich qualmende Menge! Auch, wer keinen Taschenaschenbecher bekam, musste nicht traurig sein. Es fand niemand etwas dabei, wenn die Kippen nach Gebrauch kurzerhand in dem hochflorigen Teppich im Großen Ballsaal ausgetreten wurden.

Auch in den bisher zu sehenden Filmen haben die Schauspieler geraucht wie die Schlote: Es gab rauchende Soldaten im Nordirlandkonflikt zu sehen, rauchende Kunsthistoriker im Zweiten Weltkrieg und rauchende Résistance-Kämpfer; aber auch rauchende Betrüger und griechische Auftragskiller und rauchende blinde Massagefachkräfte aus China waren dabei! Vielleicht könnte man für die Berlinalen der kommenden Jahre – ergänzend zu den hier bereits geforderten Sexfilmkabinen am Potsdamer Platz – über die Wiedereinrichtung des guten alten Raucherkinos nachdenken? Unsere Taschenaschenbecher bringen wir auch gern selber mit!

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