Darmbakterien

Bakterieninfektion auf Frühchenstation – ein Kind tot, ein weiteres in kritischem Zustand

Auf einer Intensivstation für Neugeborene stirbt ein Frühchen, ein weiteres ist schwer krank. Die Klinik stoppt die Neuaufnahmen.

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Ein Frühchen stirbt nach Bakterieninfektion in einer Paderborner Kinderklinik.

Ein Frühchen stirbt nach Bakterieninfektion in einer Paderborner Kinderklinik.

© Bernd Thissen/dpa

Auf der neonatologischen Intensivstation der St. Louise Kinderklinik in Paderborn ist ein Frühgeborenes nach einer Infektion mit einem Enterobacter-Bakterium gestorben. Bei insgesamt vier Kindern sei der Darmkeim nachgewiesen worden, teilten die St. Vincenz Kliniken mit, zu denen die Frauen- und Kinderklinik gehört. Wegen der Häufung setzt das Krankenhaus Neuaufnahmen bis auf Weiteres aus. Zuvor hatten mehrere Medien über den Fall berichtet.

Zwei der betroffenen Frühgeborenen entwickelten laut Klinik eine schwere Sepsis, also eine lebensbedrohliche Blutvergiftung. Eines der Kinder sei trotz intensivmedizinischer Behandlung bereits am Dienstag verstorben, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Der Zustand des zweiten Kindes sei am Freitagabend noch kritisch gewesen, habe sich inzwischen aber etwas stabilisiert. Die beiden weiteren Kinder, bei denen der Erreger festgestellt wurde, zeigen bislang keine Krankheitssymptome.

Die Befunde zu den Infektionen lagen nach Klinikangaben erst am Donnerstag vor. Bei dem nachgewiesenen Erreger handele es sich nicht um ein multiresistentes Bakterium, also nicht um einen Keim, gegen den gängige Antibiotika unwirksam wären.

Bakterien der Gattung Enterobacter gehören laut Bundesamt für Risikobewertung zur normalen Darmflora des Menschen. Einige Arten können jedoch Infektionen auslösen und wurden in den vergangenen Jahren als wichtige Ursache für Krankenhausinfektionen identifiziert. Gefährdet sind vor allem immungeschwächte, erkrankte oder aus anderen Gründen besonders empfindliche Personen – wozu Frühgeborene mit ihrem noch nicht ausgereiften Immunsystem zählen.

Klinik nimmt nur noch Notfälle auf

Nach dem Auftreten der Häufung habe man die Hygiene- und Schutzmaßnahmen „deutlich ausgeweitet“, teilte die Klinik mit. Aufgenommen würden derzeit nur noch Notfälle. Parallel werde umfassend nach möglichen Quellen und Übertragungswegen gesucht. Das zuständige Gesundheitsamt sei eingebunden.

Die beiden Geschäftsführer Markus Funk und Bernadette M. Putz sprachen den Eltern und Angehörigen des verstorbenen Kindes ihr „tiefes Mitgefühl“ aus. „Der Tod des Kindes erschüttert uns sehr“, ließen sie mitteilen. „Gleichzeitig gilt unsere volle Aufmerksamkeit der Versorgung des erkrankten Kindes sowie der konsequenten Eindämmung des Geschehens.“

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