Bald weltklasse?

Kreisläufer Erik Schmidt in Topform vor Partie gegen Erlangen

Bei den Füchsen ist der 24-Jährige einer der Männer fürs Grobe und Körperliche.

Jakob Lobach
3 Min
Erik, der Robuste: Kreisläufer Schmidt.

Erik, der Robuste: Kreisläufer Schmidt.

© dpa/Noushad Thekkayil

Im Training der Füchse vor der Partie gegen Erlangen zeigte Erik Schmidt, dass sein Aufgabenbereich nicht auf den Handballsport beschränkt ist. Auch im Fußball macht der 2,04-Meter Hüne, was er am besten kann: hinten in der Verteidigung das eigene Tor beschützen. In Boateng’scher-Manier beendete er ein Solo von Torwart Peter Stochl rustikal: im Tackling. So ähnlich wie sonst im Handball.

Bei den Füchsen ist Erik Schmidt einer der Männer fürs Grobe und Körperliche. Da soll er helfen, gegen Erlangen die nächsten 5000 Euro für die Mannschaftskasse einzuheimsen − seit zwei Spielen ausgesetzt vom Manager Bob Hanning für jeden Sieg, der die Serie fortsetzt.

„Da wird geschoben, geschubst, festgehalten und am Trikot gezogen“

Seit diesem Sommer schlägt sich der 24-Jährige für die Berliner am Kreis herum. Eine Win-win-Situation: Während die Füchse nun einen der talentiertesten, jungen Kreisläufer Deutschlands in ihren Reihen haben, bekommt Schmidt die Möglichkeit, sich bei einem großen Klub zu beweisen. Hilfreich dabei, dass er für den harten Alltag eines Kreisläufers prädestiniert ist − körperlich wie mental.

Während sich Rückraum- und Außenspieler den Ball zupassen und ihre Wege laufen, wird im Zentrum am Kreis um eine gute Position gekämpft. „Da wird geschoben, geschubst, festgehalten und am Trikot gezogen“, beschreibt Schmidt das Geschehen: „Ich bin mir sicher, dass unsere Rückraumspieler auch einiges einstecken, aber am Kreis ist das noch mal was anderes.“

In der Defensive packt er hart zu

Schmidt hat sich an die Härte gewöhnt. In der B-Jugend schulte sein Trainer ihn vom linken Rückraum zum Kreisläufer um. Als er irgendwann nicht mehr aus der Distanz werfen konnte, blieb er da stecken. Inzwischen hat der Umgeschulte sich auf der Position so gut entwickelt, dass Trainer Velimir Petkovic gar ankündigte, ihn zum „Weltklasse-Kreisläufer“ zu machen.

Die Grundvoraussetzungen für dieses überaus ambitionierte Vorhaben scheinen perfekt zu sein. Schon jetzt ist Schmidt offensiv wie defensiv ungemein wertvoll. Im Angriff bewegt er sich gut, behauptet seine Position und reißt Lücken für seine Mitspieler. In der Defensive packt er hart zu und ist mitverantwortlich dafür, dass der Ausfall des verletzten Marko Kopljar kompensiert wird.

Opfer der Härte

Grundlage des Erfolgs: Nationalspieler Schmidt nutzt seine Kraft und Größe in Angriff und Verteidigung ganz bewusst aus. „Natürlich verteile ich auch mal den einen oder anderen Treffer“, sagt er. Um das eigene Revier zu markieren „und dem Gegner zu zeigen: Wenn du hier durchwillst, dann tut’s weh“.

Weil aber auch gegnerische Verteidiger keine Gäste in ihrem Territorium dulden, ist Schmidt im Angriff häufig selbst Opfer der Härte. Im Wechsel mit Ignacio Plaza Jiménez.

Der Spanier ist Schmidts interner Konkurrent als zweiter Kreisläufer und der Einzige, der von der Verpflichtung seines neuen Kollegen nicht profitiert. 2015 als großes Talent geholt, konnte sich Jiménez, 23, bisher nicht wirklich durchsetzen. Zwar behauptet er, mit seiner Situation und seinen Leistungen „sehr zufrieden“ zu sein, an seinen Einsatzzeiten kann das aber kaum liegen.

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